Glaubensfrage

Doubt

von John Patrick Shanley, mit Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis und Meryl Streep

Glaubensfrage
Glaubensfrage

Schwester Aloysius Beauvier führt in der katholischen Schule St. Nicholas im New York des Jahres 1964 ein strenges Regiment. Pater Brendan Flynn, auch an besagter Schule zu besagter Zeit an besagtem Ort als Schwester Aloysius Beauviers Boss tätig, führt ein weniger strenges Regiment. Keine Frage, wer da bei den Schülern beliebter ist. Weniger einfach ist die Frage für junge Schwester James zu beantworten. Den Pater bewundert sie für seine moderne Art, die Schwester für ihre altmodische Art. Ihre Zweifel bezüglich ihrer Sympathie weiten sich auf Zweifel bezüglich Pater Flynns Rechtschaffenheit aus, als sie erklärungsbedürftige Vorgänge zwischen dem Pater und einem der Schüler beobachtet. Vetrauensvoll wendet sie sich damit an Schwester Aloysius, die wenig Zweifel hinsichtlich der Vorgänge hat und einen subtilen, aber wirkungsvollen Aufklärungsfeldzug gegen den Pater beginnt – denn nebend der Möglichkeit des Kindemissbrauchs sieht sie auch die Möglichkeit, den unliebsamen Reformer loszuwerden. Dass der seine Unschuld mit durchaus glaubwürdigen Erklärungen beteuert, irritiert Schwester Aloysius dabei wenig, Schwester James dagegen umso mehr. Und ob der Pater schuldig ist, ist am Ende eine Glaubensfrage…

Weiterlesen …

Frost/Nixon

Frost/Nixon

von Ron Howard, mit Frank Langella, Michael Sheen, Kevin Bacon und Rebecca Hall

Frost/Nixon
Frost/Nixon

1977. US-Präsident Nixon ist ähnlich unbeliebt und fast genauso vergessen wie Obamas Vorgänger. TV-Weichspülmoderator und Polit-Leichtgewicht David Frost ist zwar etwas beliebter, droht aber auch durch Absetzen seiner Shows in Vergessenheit zu geraten. Da beschließt David, Richard Nixon zu einer Reihe von TV-Interviews zu überreden – was aufgrund von Frosts Ruf nicht gerade für Begeisterung bei potentiellen Geldgebern sorgt, wohl aber bei Nixon, der hier eine Chance sieht, seinen Ruf zu retten. Als Nixon also nach einigen Verhandlungen zusagt, produziert Frost die Interviews gezwungenermaßen selbst, immer noch überzeugt von dem Potential der Interviews und seinen Fähigkeiten als Moderator. Oder, wie es einer seiner Wegbegleiter ausdrückte, David war vielleicht kein guter Journalist, aber er verstand, wie Fernsehen funktioniert. Um sich für seinen Auftritt zu rüsten, engagiert David zwei der besten Journalisten zum Thema, so dass die Niederlage Nixons nur eine Formsache sein sollte. Doch als die ersten Interviews stattfinden, zeigt „Tricky Dick“ Nixon seine ganze rhetorische Gewalt und debattiert David gnadenlos gegen die Wand, was sich im Verlauf der weiteren Interviews nicht nennenswert bessert. Als David schließlich, finanziell wie moralisch am Ende, dringend einen Strategiewechsel braucht, macht Nixon einen winzigen, aber entscheidenden Fehler…

Weiterlesen …

Der fremde Sohn

Changeling

von Clint Eastwood, mit Angelina Jolie und John Malkovich.

Changeling
Changeling

Einen Streit nie anfangen, aber immer zu Ende bringen – dieses Motto legt Christine Collins ihrem kleinen Sohn Walter immer wieder nahe. Nun ist Walter verschwunden, Christine ist verzweifelt und die Polizei von Los Angeles, Ende der 20er Jahre von Korruption und Gewalt zerfressen und nicht eben auf dem Gipfel der Popularität, steht unter Druck ihn schnellstens wiederzufinden. Als ihr das schließlich gelingt, staunt sie nicht schlecht. Denn der Junge, der ihr geliefert wird, sieht nicht nur anders aus als Walter, sondern ist auch kleiner und beschnitten. Kurz und gut, der Verdacht liegt nahe, dass ihr von der Polizei ein fremder Sohn untergeschoben werden soll. Doch die, allen voran Captain Jones, glaubt das besser beurteilen zu können, und versucht sie mit Gutachtern, Zeitungsartikeln und anderen schmutzigen Tricks zu diskreditieren. Mit der Hilfe des polizeikritischen Radio-Reverends Briegleb leistet sie aber so lange energischen Widerstand – getreu ihres Mottos, eine Streit auch zu Ende zu bringen. Da das Jones ganz und gar nicht passt, lässt er sie kurzerhand in eine psychiatrische Anstalt einliefern. Doch die Ereignisse kommen erst richtig ins Rollen, als die sterblichen Überreste von 20 Jungen entdeckt werden – alle Opfer eine Serienmörders…

Weiterlesen …

Der seltsame Fall des Benjamin Button

The Curious Case of Benjamin Button

Von David Fincher, mit Brad Pitt, Tilda Swinton und Cate Blanchett.

Benjamin Button
Benjamin Button

Benjamin Button ist ein wirklich seltsamer Fall. Gemeint ist nicht, dass seine Mutter bei seiner Geburt stirbt, und auch nicht, dass sein Vater ihn gleich danach aussetzt. Auch dass er gleich danach in einem eine Ziehmutter findet, ist nicht gemeint. Gemeint ist, dass er alt ist. Obwohl Säugling, hat er Falten, grauen Star und Arthritis. Jahrzehnte später wird es Daisy sein, die so alt und gebrechlich ist wie Benjamin bei seiner Geburt. Und sie wird sich am Sterbebett von ihrer Tochter noch einmal sein Tagebuch vorlesen lassen, in dem seine Geschichte aufgeschrieben ist. Die Geschichte nimmt ihren Anfang noch vor seiner Geburt, als zur Zeit des zweiten Weltkrieges ein Uhrmacher aus Trauer über seinen gefallenen Sohn ein rückwärtslaufende Bahnhofsuhr baut, als Symbol für den Wunsch, die Zeit zurückdrehen zu können und all die Gefallenen wieder zu ihren Familien zurückkehren lassen zu können. Benjamin weiß aber von all dem nichts. Als Junge im Körper eines alten Mannes weiß er nur, dass er mit jedem Tag jünger wird,  während um ihn herum alle altern. Die wirklichen Konsequenzen daraus werden ihm erst im Laufe der Jahre bewusst. Besonders als er Daisy kennenlernt. Er als Junge im alten Körper verliebt sich auf der Stelle in das hübsche Mädchen, und ist verdammt, mit ihr nur eine kurzen Teil seines Lebens teilen zu können.  Und beginnt, den Rest seines Lebens umso intensiver zu leben…

Weiterlesen …

Zeiten des Aufruhrs

Revolutionary Road

von Sam Mendes, mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio

Revolutionary Road - Soundtrack
Revolutionary Road - Soundtrack

Ein Mann, eine Frau, eine Party. Ihre Blicke treffen sich, sie kommen ins Gespräch – der klassische Anfang einer romantischen Liebesgeschichte. Es ist auch der Anfang der Geschichte um Frank und April Wheeler. Doch prickelnde Romantik ist uns nicht lange vergönnt, schon in der nächsten Szene sind die beiden verheiratet, haben Kinder und leben eine 60er Jahre Spießeridylle, die Liebe zwischen beiden ist deutlich abgekühlt.. Er verschwimmt als Bürohengst in der grauen Masse der Bürohengste, pendelt jeden Tag zur Arbeit, zu einem Job, den er hasst, zu dem Chef, dem verachtet, und den Kollegen, die sich damit arrangiert haben. Währenddessen kümmert sich April als braves Frauchen um Haus, Küche und Kinder. Während er dabei ist, sich an die Situation zu gewöhnen, ist April gefrustet. Was ist aus ihren Träumen und Plänen geworden? Was aus dem Glauben, etwas besseres zu sein, es anders zu machen? Eines Tages rafft sie sich auf, um neue Pläne zu schmieden. Sie schafft es, in Frank wieder den Rebellen zu wecken und so beschließen die beiden schließlich, zum gut kaschierten Entsetzen ihrer Freunde und Nachbarn, alles hinter sich zu lassen und nach Paris zu ziehen. Dieser Plan lässt die Beziehung der beiden doch tatsächlich wieder aufflammen, was leider zu einer Komplikation führt – April wird wieder schwanger, die Auswanderungspläne zerplatzen. Zumindest für Frank, der passenderweise auch gerade ein lukratives Angebot vom Oberboss erhalten hat. Doch April ist nicht mehr bereit, ihre Träume für immer hinter sich zu lassen. Getrieben durch Franks Unverständnis, bleibt ihr schließlich nur noch ein Ausweg…

Weiterlesen …