Harvey Milk ist schwul, und findet das auch gut so. Allerdings steht er und die schwule Gemeinde in San Francisco Ende der 60er Jahre damit recht allein. Die Polizei hasst sie, die Bevölkerung ignoriert sie und eine handvoll erzkonservativ-Religiöser Politiker will ihnen per Gesetz das Leben noch schwerer machen. Also entschließt Harvey sich, dem etwas entgegen zu setzen und wird zum Kristallisationskeim einer Schwulenbewegung. Mehr noch, er will sogar in die Politik einsteigen, um schwulenfeindliche Gesetze dort zu bekämpfen, wo sie entstehen – im Rathaus. Im fünften Anlauf gelingt ihm das schließlich, und er zieht ins Rathaus ein, wo er auch auf den eher konservativen Feuerwehrmann Dan White trifft. Dan ist ebenso neu im Rathaus wie Harvey, tut sich aber etwas schwerer mit politischer Arbeit und noch schwerer darin das zuzugeben. Die vorsichtige Freundschaft der beiden ist daher nicht von Dauer, und so ist es schließlich auch Dan, der in Harvey seinen Sündenbock finden und ihn erschießen wird…
von Danny Boyle, mit Dev Patel, Anil Kapoor, Madhur Mittal, Mahesh Manjrekar und Freida Pinto
Slumdog Millionaire
Jamal ist Kummer gewöhnt. Aufgewachsen in den Slums von Mumbai, erst als Halb-, später als Vollwaise, hat er sich nicht nur metaphorisch immer wieder aus der Scheiße gekämpft – ‚Never Ever Give Up!‘ könnte sein Lebensmotto sein. Während sein Bruder Salim dem Ruf des schnellen Geldes gefolgt und in der Unterwelt zu einer respekablen Größe herangewachsen ist, strebt Jamal nach höherem: Er will seine große Jugendliebe Latika aufspüren, um sie für immer aus den Klauen der Mächte zu befreien, die sie ihm immer wieder entrissen haben. Das ihn das ausgerechnet in die Endrunde der indischen Version von Who wants to be a Millionaire? führt, ist eine weitere Ironie des Schicksals. Die Polizei hat jedoch wenig Sinn für Ironie, sie glaubt da mehr an Betrug. Und geht wenig zimperlich ans Werk, das auch zu beweisen. Anhand der Videoaufzeichnung hangeln sie sich in Jamals Verhör von Frage zu Frage, von der (fast) jede durch eine schicksalhafte Fügung mit einem Kapitel in Jamals Leben verknüpft ist, die ihm die richtige Antwort weist. Dass muss schließlich auch der Polizeiinspektor anerkennen, so dass Jamal sich wieder der letzten, entscheidenden Runde des Quiz widmen kann, in der es für ihn um alles geht. Nur nicht ums Geld.
von Zack Snyder, mit Malin Akerman, Billy Crudup, Matthew Goode, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan und Patrick Wilson
Watchmen
„The Times They Are a-Changin'“, so singt Bob Dylan in der Titelsequenz. Und in der Tat, die Zeiten haben sich geändert. Aus den guten, alten maskierten Wächtern der Gerechtigkeit geworden, die damals in den 60er Jahren noch für Recht und Ordnung gesorgt haben. Doch die Zeiten sind endgültig vorbei. Der Vietnamkrieg ist gewonnen, Richard Nixon kandidiert für dritte Amtszeit und wir schreiben das Jahr 1985. Ein Großteil der Watchmen von damals ist tot, eingesperrt oder in Rente. Die Übrigen haben aus Angst der Bevölkerung vor ihren Superkräften Berufsverbot, und so verstauben die Kostüme von Silk Spectre II, Ozymandias, dem Comedian Nite Owl nutzlos im Kleiderschrank, während die Welt auf einen Atomkrieg zusteuert. Einzig Dr. Rorschach kümmert sich nicht um das Verbot und zieht Nachts maskiert durch die Straßen, enttäuscht von der Menschheit und auf der Suche nach Gerechtigkeit. Er ist dann auch der einzige, der mehr hinter dem Mord an Edward Blake, dem Comedian, vermutet als einen bloßen Racheakt. Seine Versuche, die Kameraden von damals zu reaktivieren, scheitern: Der immer mehr ins metaphysische abgleitende Dr. Manhattan arbeitet lieber weiter an seiner unerschöpflichen Energiequelle; Adrian Veidt alias Ozymandias arbeitet lieber an der Vermarktung seiner Actionfiguren; Laurie Jupiter alias Silk Spectre II hat keine Luste mehr auf Latexanzüge und Dan Dreiberg würde Laurie zwar gerne wieder in Latex sehen, hat aber keine Lust auf Stress mit der Regierung.
Nun ist Rorschach der letzte, der sich davon entmutigen ließe. Beharrlich fischt er weiter im Trüben, und stößt schließlich tatsächlich auf etwas größeres, auf eine Verschwörung, die den Untergang der Watchmen zum Ziel hat. Doch wozu? Bevor er dem näher auf den Grund gehen kann, tappt er selbst in eine Falle und landet im Gefängnis – zusammen mit all den Gestalten, die er im Laufe der Jahre dorthin gebracht hat. Nun liegt es an den restlichen Watchmen zu entscheiden, was sie wollen – weiter den Kopf einziehen, oder ihren alten Freund vor dem sicheren Tod retten? Oder ist auch das Teil des Plans? In die Zukunft müsst man schauen können, was Dr. Manhattan eigentlich auch kann. Doch von dort aus blenden ihn Tachyonen – so wie ein Atomkrieg sie erzeugen würde…
Gran Torinovon Clint Eastwood, mit Clint Eastwood, Bee Vang, Christopher Carley und Ahney Her
Gran Torino
Hmmmm. Walt Kowalski ist leicht gereizt. Seine Frau ist nach langen Ehejahren verstorben und seine Enkelin erscheint bauchfrei zur Beerdigung. Der junge Priester will ihm was über Leben und Tod erzählen. Seine Söhne wollen ihn ins Altersheim stecken. Seine Enkelin will seinen Gran Torino. Und seine Nachbarschaft wird besteht nur noch aus Chinesen. Aus Leuten, die er damals im Korea-Krieg getötet hat. Hmmmm. Ein bisschen versteht man ihn schon, den guten Walt, sorry, Mr. Kowalski natürlich. Und während er einfach nur noch seine Ruhe vor der respektlosen Jugend haben und seinen Lebensabend in Ruhe auf der Veranda mit kaltem Bier vor dem frisch gemähten Rasen genießen will, gibt es Stress. Denn der Sohn seiner neuen Nachbarn, der chinesischen Familie Lor, hat Ärger mit einer chinesischen Gang. Die will ihn nämlich anwerben und schreckt dazu auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück. Doch die enden leider auf Walts Rasen, und da ist der Spaß für ihn vorbei: Mit erhobener Waffe scheucht er die Rüpel von seinem Grundstück, und rettet so leider auch den Nachbarssohn Thao. Aus Dank wird er fortan mit Blumengestecken, Essen und Geschenken geradezu überschüttet, Widerstand ist zwecklos. Nach einigen Besuchen schafft Thaos Mutter Sue es mit ihrer direkten Art schließlich, den alten Griesgram zu knacken, der sich fortan immer mehr mit den Lors anfreundet. Und die sorgen sich um Thao, der immer noch mit der Gang Probleme und wenig entgegenzusetzen hat. Also nimmt sich Walt des Jungen an, um aus ihm einen (in seinen Augen) richtigen Mann zu machen. Doch die Chinesengang sabotiert hartnäckig sein Werk. Als die Lage schließlich eskaliert und Sue verletzt wird, bleibt Walt nur noch ein Ausweg: der alte Mann muss in eine letzte Schlacht ziehen…
von Stephen Daldry , mit Kate Winslet, Ralph Fiennes und David Kross
Der Vorleser
Deutschland, 1958. Der Schüler Michael trifft auf die Schaffnerin Hanna. Ohne nennenswerte Gegenwehr lässt er sich von ihr verführen. Das wird in den folgenden Wochen allmählich zur Gewohnheit, genau wie das Ritual, dass sie sich vorher von ihm aus seinen Büchern vorlesen lässt. So verleben die beiden einen wahrlich unvergesslichen Sommer, bis Hanna eines Tages plötzlich aus seinem Leben verschwindet. Viele Jahre später, Michael studiert mittlerweile Jura, trifft er sie wieder. Und ist entsetzt. Denn die Frau, die er lieben lernte, wird in einem Kriegsverbrecher-Tribunal des grausamen Mordes an über 300 jüdischen Gefangenen beschuldigt, für die Hanna als KZ-Aufseherin verantwortlich war. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als sie von ihren Mitangeklagten beschuldigt wird, den belastenden Bericht dazu alleine verfasst zu haben. Denn Michael ist mittlwerweile klar, dass all das Vorlesen nur einen Grund hatte: Hanna ist Analphabetin. Und da sie eher eine lebenslängliche Strafe in Kauf nehmen würde, als das zuzugeben, liegt ihr Schicksal jetzt in seiner Hand…