Schlagwort-Archive: Rhetorik

Larry Crowne (6 / 10)

Larry Crowne

von Tom Hanks, mit Tom Hanks, Gugu Mbatha-Raw und Julia Roberts

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Larry Crowne ist ein netter Kerl, der mit netten Leuten einen netten Job in einem netten Supermarkt hat. Eines Tages wird er von seinen bösen, aber tief im Herzen doch netten Chefs gefeuert, weil er nicht auf dem College war. Da rät im sein netter Nachbar, sich doch auf dem netten College einzuschreiben, um die Bildung nachzuholen. Dort trifft er in seiner netten Klasse die supernette Talia, die fortan eine Art Image-Beraterin für ihn macht: Sie stylt seine Wohnung, seine Haare, seine Klamotten und nimmt ihn in ihre nette Motorroller-Gang [sic!] auf. Nebenbei verkuppelt sie ihn noch mit der zynischen, frustrierten, aber in tiefstem Herzen mindestens genauso nett wie Larry seienden Kursleiterin Ms. Tainot, die passenderweise gerade Stress mit ihrem gar nicht netten Mann hat. Und am Ende wird natürlich alles gut.

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The King’s Speech (8 / 10)

The King’s Speech

von Tom Hooper, mit Colin Firth, Geoffrey Rush und Helena Bonham Carter

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George hat es eigentlich ganz gut, er stammt aus einer angesehen Familie, hat materiell ausgesorgt, immateriell steht er mit einer liebenden Ehefrau und zwei bezaubernden Töchtern auch sehr gut da. Nur im Job hapert es gelegentlich, den George stottert. Was problematisch ist, denn George muss gelegentlich Reden halten. Was jedes Mal voll in die Hose geht und nicht nur dem Publikum, sondern auch George schwer zu schaffen macht. Was sein Frau dazu bringt, einen angesehenen, unkonventionellen Sprachtherapeuten in Person von Lionel Logue aufzusuchen, der ihr als erstes rät, ihr Mann möge den Job wechseln. Doch das kann George nicht, denn er ist Prinz George, Duke von York, und wird später einmal König von England sein. Schwierig, da einfach zu kündigen, muss selbst Lionel Logue anerkennen. Und macht sich an die Arbeit. Denn mit Hitler fängt in Deutschland gerade eine deutlich besserer Redner an, unangenehm zu werden – und da ist England dringend auf einen guten Redner angewiesen…

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Frost/Nixon (10 / 10)

Frost/Nixon

von Ron Howard, mit Frank Langella, Michael Sheen, Kevin Bacon und Rebecca Hall

Frost/Nixon

Frost/Nixon

1977. US-Präsident Nixon ist ähnlich unbeliebt und fast genauso vergessen wie Obamas Vorgänger. TV-Weichspülmoderator und Polit-Leichtgewicht David Frost ist zwar etwas beliebter, droht aber auch durch Absetzen seiner Shows in Vergessenheit zu geraten. Da beschließt David, Richard Nixon zu einer Reihe von TV-Interviews zu überreden – was aufgrund von Frosts Ruf nicht gerade für Begeisterung bei potentiellen Geldgebern sorgt, wohl aber bei Nixon, der hier eine Chance sieht, seinen Ruf zu retten. Als Nixon also nach einigen Verhandlungen zusagt, produziert Frost die Interviews gezwungenermaßen selbst, immer noch überzeugt von dem Potential der Interviews und seinen Fähigkeiten als Moderator. Oder, wie es einer seiner Wegbegleiter ausdrückte, David war vielleicht kein guter Journalist, aber er verstand, wie Fernsehen funktioniert. Um sich für seinen Auftritt zu rüsten, engagiert David zwei der besten Journalisten zum Thema, so dass die Niederlage Nixons nur eine Formsache sein sollte. Doch als die ersten Interviews stattfinden, zeigt „Tricky Dick“ Nixon seine ganze rhetorische Gewalt und debattiert David gnadenlos gegen die Wand, was sich im Verlauf der weiteren Interviews nicht nennenswert bessert. Als David schließlich, finanziell wie moralisch am Ende, dringend einen Strategiewechsel braucht, macht Nixon einen winzigen, aber entscheidenden Fehler…
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39,90 (8 / 10)

99 francs

von Jan Kounen, mit Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin und Vahina Giocante

39,90 - Warum nicht mal das Buch lesen?

39,90 - Warum nicht mal das Buch lesen?

Octave ist ein Genie. Und er ist mächtig. Er entscheidet über unsere Sehnsüchte, über unsere Entscheidungen. „Ich penetriere Ihr Gehirn und komme in Ihren Gedanken.“, verrät er dem Zuschauer. Octave arbeitet in der Werbebranche.
Für die Agentur „Ross & Witchcraft“ entwirft er Werbekampagnen, privat lebt er ein Leben voller Drogen, Partys, Geld und Frauen. Ohne Zynismus wäre sein Leben nicht zu ertragen, und so lässt er uns an seinem Wissen teilhaben, erklärt uns seine Welt und eröffnet uns erschreckende Erkenntnisse über unsere eigene Manipulierbarkeit. Sein Verhältnis mit der schönen Sophie macht ihm trotz all dem schönen Schein mehr zu schaffen, als er zugibt. So beginnt er allmählich, an seinem Leben zu zweifeln, und gegen all die Lügen zu rebellieren. Er versucht es zumidest – denn ist nicht auch Freiheit eine geschickte Illusion ?
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