Der Vorleser

The Reader

von Stephen Daldry , mit Kate Winslet, Ralph Fiennes und David Kross

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Der Vorleser

Deutschland, 1958. Der Schüler Michael trifft auf die Schaffnerin Hanna. Ohne nennenswerte Gegenwehr lässt er sich von ihr verführen. Das wird in den folgenden Wochen allmählich zur Gewohnheit, genau wie das Ritual, dass sie sich vorher von ihm aus seinen Büchern vorlesen lässt. So verleben die beiden einen wahrlich unvergesslichen Sommer, bis Hanna eines Tages plötzlich aus seinem Leben verschwindet. Viele Jahre später, Michael studiert mittlerweile Jura, trifft er sie wieder. Und ist entsetzt. Denn die Frau, die er lieben lernte, wird in einem Kriegsverbrecher-Tribunal des grausamen Mordes an über 300 jüdischen Gefangenen beschuldigt, für die Hanna als KZ-Aufseherin verantwortlich war. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als sie von ihren Mitangeklagten beschuldigt wird, den belastenden Bericht dazu alleine verfasst zu haben. Denn Michael ist mittlwerweile klar, dass all das Vorlesen nur einen Grund hatte: Hanna ist Analphabetin. Und da sie eher eine lebenslängliche Strafe in Kauf nehmen würde, als das zuzugeben, liegt ihr Schicksal jetzt in seiner Hand…

Wer kennt ihn nicht noch aus der Schulzeit, den Roman „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink. Okay, ich kenne ihn nicht. Wir haben stattdessen Effi Briest gelesen. War vielleicht auch besser, denn so konnte ich „Der Vorleser“ ohne verdrängte Traumata aus der Vergangenheit ganz voll und ganz genießen. Und eine Genuß ist der Film zweifellos, nahtlos fügen sich hier mit Kate Winslet und Ralph Fiennes oscargekrönte Schauspieler der allerersten Liga in die vertrauten deutschen Gesichter ein. Und man muss sagen, auch die sind erstklassig, wobei hier aufgrund seiner Rolle besonders der gerade mal 19-jährige David Kross aus Bargtheheide (!!!) hervorsticht – er spielt einfach genial und durchaus ebenbürtig zu seiner Filmpartnerin Kate Winslet. Der Knabe dürfte noch eine große Zukunft vor sich haben… Aber zurück zum Film: Unter beachtlicher deutscher Beteiligung schafft es Stephen Daldry, große Literatur mit großen Darstellern in großen Bildern auf die große Leinwand zu bringen, und das Ergebnis ist groß, so dass selbst ich nix zu Nörgeln habe; allenfalls der Vorwurf zu großer Romantreue sei hier erwähnt, sollte aber niemanden vom Kinobesuch abhalten. Abhalten werde ich lediglich von einer Interpretation des Stoffes; damit habe ich mich damals bei Effi Briest schon blamiert, da lese ich heute doch lieber bei Wikipedia nach… (9/10)

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