39,90

99 francs

von Jan Kounen, mit Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin und Vahina Giocante

39,90 - Warum nicht mal das Buch lesen?

39,90 - Warum nicht mal das Buch lesen?

Octave ist ein Genie. Und er ist mächtig. Er entscheidet über unsere Sehnsüchte, über unsere Entscheidungen. „Ich penetriere Ihr Gehirn und komme in Ihren Gedanken.“, verrät er dem Zuschauer. Octave arbeitet in der Werbebranche.
Für die Agentur „Ross & Witchcraft“ entwirft er Werbekampagnen, privat lebt er ein Leben voller Drogen, Partys, Geld und Frauen. Ohne Zynismus wäre sein Leben nicht zu ertragen, und so lässt er uns an seinem Wissen teilhaben, erklärt uns seine Welt und eröffnet uns erschreckende Erkenntnisse über unsere eigene Manipulierbarkeit. Sein Verhältnis mit der schönen Sophie macht ihm trotz all dem schönen Schein mehr zu schaffen, als er zugibt. So beginnt er allmählich, an seinem Leben zu zweifeln, und gegen all die Lügen zu rebellieren. Er versucht es zumidest – denn ist nicht auch Freiheit eine geschickte Illusion ?

Mit diesem Film, der auf dem Roman 39,90 von Frédéric Beigbeder basiert, gelingt Regisseur Jan Kounen ein wirklich aufschlussreicher „Tag der offenen Tür“ in der Werbebranche, der den Zuschauer mit vielen „Aha“-Erlebnissen in die werbeverseuchte da draußen entlässt. Wie es sich für einen solchen Film gehört, zitiert er nebenbei die verschiedensten Werbekampagnen der letzten Jahre. Ohne dass man mit Bestimmtheit die Vorbilder identifizieren könnte, so kommen doch Assoziationen mit Calvin Klein oder Absolut-Wodka auf, die der Film zur Einleitung seiner Kapitel missbraucht. Und gerade dafür gebürt dem kreativen Team besonderes Lob, bei diesen zahlreichen, sicher imitierten Stilen dennoch einen eigenen, visuell überwältigenden Stil zu finden.
Die autobiographisch gestützte und von viel Insiderwissen gestützte Story weiß zu fesseln, ist in ihrem Zynismus, ihrer hoffnungs- und schonungslosigkeit aber sicher nicht jedermanns Sache. Doch die Kunstfertigkeit, dem Film gleich zwei Enden zu verpassen und so gleich noch einen Seitenhieb auf die Filmbranche landen, muss ihm erstmal einer nachmachen; umso mehr als beide Enden den Film auf ihre Weise einzuklammern wissen.
Kurz gesagt: Visuell opulent und ein schonungsloser Einblick in die Werbewelt und uns selbst. Packend! (8)

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