Schlagwort-Archive: New York

Extrem laut und unglaublich nah (9 / 10)

Extremely Loud & Incredibly Close

von Stephen Daldry, mit Thomas Horn, Tom Hanks und Sandra Bullock

Heute ist OSCAR-Nacht, und wenn ich auch nicht alle Filme geschafft habe, für diese Perle hat es noch gereicht…

Extrem Laut und Unglaublich Nah - DVD bestellen bei amazon.de„Mein Vater hat mich mal auf Asperger testen lassen. Die Ergebnisse waren nicht eindeutig.“ So zweideutig die Ergebnisse auch gewesen sein mögen, das Oskar etwas besonderes ist, merkt man schnell. Er ist schlau und akribisch, hat aber auch viele Macken: Er fährt nicht U-Bahn oder Bus, schleppt immer ein Tamburin mit sich rum, mag den Portier nicht und mag genau genommen generell keine anderen Menschen. Gerade deshalb schickte sein Vater ihn immer auf Erkundungsexpeditionen, bei denen er nicht nur verborgene Geheimnisse der Stadt finden, sondern dabei auch mit Menschen reden soll.
Doch sein Vater ist nun 1 Jahr tot. Wir haben September 2002, der Vater starb bei den Attentaten auf das World Trade Center. Und das macht Oskar sehr, sehr schwer zu schaffen. Als er nun zufällig in den Sachen seines Vaters einen Schlüssel, den Namen ‚Black‘ und die Wort „Not Stop Looking“ findet, weiß er es: Er muss eine letzte Erkundungstour machen – und wie immer wird er gerade dort Hilfe bekommen, wo er sie nicht erwartet…
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Ich & Orson Welles (8 / 10)

Me and Orson Welles

von Richard Linklater, mit Christian McKay, Zac Efron und Claire Danes

New York, in den 1937. Ein junger, erst später weltberühmter, Orson Welles bringt Shakespeares „Julius Caesar“ auf die Bühne. Mit dabei: ein noch jüngerer, auch später nicht weltberühmter, Richard Samuels, aus dessen Sicht wir bei den Proben dabei sind. Und die verlaufen, dem Genie-und-Wahnsinn-Klischee streng folgend, sehr chaotisch. Statt Kostümen gibt es Uniformen, Welles glänzt mal mit penetranter Abwesenheit, mal mit Proben bis zum Umfallen. Der egozentrische Regisseur streicht, ändert und ergänzt nach Belieben, feuert Darsteller am einen Tage, um sie am anderen wieder einzustellen und läuft jedem verfügbaren Rock hinterher. Richard, der seine winzige Rolle als Laute spielender Lucius vor allem zum unbezahlten Dabeisein nutzt, landet schnell und unerwartet in der Gunst des großen Meisters, was ihm unbezahlbare Einblick in die Welt des Showbusiness verschafft. Unbezahlbare Einblicke verschafft ihm auch Welles Assistentin Sonja, die ebenso ein gewisses Faible für den jungen Neuzugang entwickelt. Und während die Proben auf die Premiere hinlaufen und das Stück mehr und mehr Form annimmt, merkt der schwer in Sonja verliebte Richard, dass er in Orson Welles einen Nebenbuhler hat. Wenn er sich da mal nicht die Finger verbrennt…

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When in Rome (6 / 10)

When in Rome

von Mark Steven Johnson, mit Kristen Bell, Josh Duhamel, Will Arnett, Jon Heder und Anjelica Huston

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Beth ist glücklich im Beruf, aber unglücklich in ihrer Beziehung. Sie hat nämlich gerade mal wieder keine. Bei der Hochzeit ihrer Schwester in der ewigen Stadt Rom klaut sie daher frustriert ein paar Münzen aus dem Liebesbrunnen. Und hat fortan diejenigen an der Backe, die die Münzen einst in den Brunnen warfen. Denn, so sagt die Legende, dadurch erweckt man die unsterbliche Liebe im Betreffenden . Dass es sich bei den Glücklichen ausnahmslos um Herren handelt, die noch dazu aus New York kommen, lassen wir noch mal durchgehen. Denn so richtig Glück hatte Beth nicht – mit dem eitlen Model Gale, dem erfolglosen Maler Antonio, den Wurstfabrikanten Al und dem, ähm, einzigartigen Zauberer Lance hat sie im Brunnen nicht gerade den Glücksgriff getan. Das scheint eher der smarte Nick zu sein, für den Beth schon auf der Hochzeit einen gewissen Schmacht entdeckt hatte. Doch bis sie endlich ihre ungebetenen Verehrer los ist und in Nicks Armen liegt, gibt es noch eine Reihe von Verwicklungen zu überstehen.
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Whatever Works (9 / 10)

Whatever Works

von Woody Allen, mit Larry David, Evan Rachel Wood, Patricia Clarkson, Ed Begley Jr. und Henry Cavill

Whatever Works

Whatever Works

Boris Yellnikoff ist kein einfacher Mensch. Er hat zwar einmal fast den Physik-Nobelpreis gewonnen, aber jetzt fristet er sein Dasein als Rentner, humpelt nach einem Selbstmordversuch, bringt verwöhnten Kindern übelgelaunt Schach bei und pflegt seine Neurosen. Er fühlt sich als Genie unter geistigen Amöben, als einzig sehender unter Blinden, und er lässt es seine Mitmenschen auch wiessen. Da muss nicht groß erwähnt werden, dass er (nach einer dem Selbstmordversuch folgenden Scheidung) alleine lebt und nicht viele Freunde hat.

Doch eines Tages stolpert die junge Südstaatenschönheit Melodie in sein Leben. Die junge, etwas unerfahrene und naive, aber herzensgute Dame lässt sich von Boris spröder Art nicht abschrecken. Seine Sticheleien ignorierend erweicht sie sein Herz soweit, dass die beiden schließlich sogar heiraten. Doch Melodie hat auch Eltern, und als die auf der Suche nach Melodie nach und nach in Boris Wohnung eintrudeln, kommt erst richtig Schwung in die Geschichte…

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Glaubensfrage (7 / 10)

Doubt

von John Patrick Shanley, mit Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis und Meryl Streep

Glaubensfrage

Glaubensfrage

Schwester Aloysius Beauvier führt in der katholischen Schule St. Nicholas im New York des Jahres 1964 ein strenges Regiment. Pater Brendan Flynn, auch an besagter Schule zu besagter Zeit an besagtem Ort als Schwester Aloysius Beauviers Boss tätig, führt ein weniger strenges Regiment. Keine Frage, wer da bei den Schülern beliebter ist. Weniger einfach ist die Frage für junge Schwester James zu beantworten. Den Pater bewundert sie für seine moderne Art, die Schwester für ihre altmodische Art. Ihre Zweifel bezüglich ihrer Sympathie weiten sich auf Zweifel bezüglich Pater Flynns Rechtschaffenheit aus, als sie erklärungsbedürftige Vorgänge zwischen dem Pater und einem der Schüler beobachtet. Vetrauensvoll wendet sie sich damit an Schwester Aloysius, die wenig Zweifel hinsichtlich der Vorgänge hat und einen subtilen, aber wirkungsvollen Aufklärungsfeldzug gegen den Pater beginnt – denn nebend der Möglichkeit des Kindemissbrauchs sieht sie auch die Möglichkeit, den unliebsamen Reformer loszuwerden. Dass der seine Unschuld mit durchaus glaubwürdigen Erklärungen beteuert, irritiert Schwester Aloysius dabei wenig, Schwester James dagegen umso mehr. Und ob der Pater schuldig ist, ist am Ende eine Glaubensfrage…
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