Whatever Works

Whatever Works

von Woody Allen, mit Larry David, Evan Rachel Wood, Patricia Clarkson, Ed Begley Jr. und Henry Cavill

Whatever Works

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Boris Yellnikoff ist kein einfacher Mensch. Er hat zwar einmal fast den Physik-Nobelpreis gewonnen, aber jetzt fristet er sein Dasein als Rentner, humpelt nach einem Selbstmordversuch, bringt verwöhnten Kindern übelgelaunt Schach bei und pflegt seine Neurosen. Er fühlt sich als Genie unter geistigen Amöben, als einzig sehender unter Blinden, und er lässt es seine Mitmenschen auch wiessen. Da muss nicht groß erwähnt werden, dass er (nach einer dem Selbstmordversuch folgenden Scheidung) alleine lebt und nicht viele Freunde hat.

Doch eines Tages stolpert die junge Südstaatenschönheit Melodie in sein Leben. Die junge, etwas unerfahrene und naive, aber herzensgute Dame lässt sich von Boris spröder Art nicht abschrecken. Seine Sticheleien ignorierend erweicht sie sein Herz soweit, dass die beiden schließlich sogar heiraten. Doch Melodie hat auch Eltern, und als die auf der Suche nach Melodie nach und nach in Boris Wohnung eintrudeln, kommt erst richtig Schwung in die Geschichte…

Nachdem das Drehbuch bereits seit dreißig Jahren in einer Schublade vor sich hin staubte, fand Woody Allen in Larry David endlich seinen perfekten Boris Yellnikoff. Auch bei den übrigen Darstellern sparte Allen nicht, mit akribisch besetzten Rollen schuf er eine makellose Besetzung. Die Dreharbeiten konnten beginnen.
Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger Woody Allen, der problemlos auch als Ensemble-Theaterstück am Broadway laufen könnte. Moderater Slapstick, etliche Running Gags, Wortwitz und köstliche Dialoge durchdringen den Film, wie auch die entpannte liberale Ostküstenmentalität Woody Allens, die einfach erfrischt – was immer geht, ist erlaubt. Auch wenn einige übereizte Kleingeister, Religionsfanatiker und Südstaatler das Ganze als Affront werten könnten (was zugegeben schnell geht), so bleibt für die übrigen nur die Feststellung, dass Yellnikoffs Eingangsmonolog einen eklatanten Fehler enthält. Denn dieser Film ist eben doch einer der Wohlfühlfilme diesen Jahres – kein Shakespeare, aber Unterhaltung auf hohem Niveau. Perfekt vor Weihnachten und ganz ohne Rentiere. (9/10)

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