Schlagwort-Archive: Theater

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (8 / 10)

Birdman

von Alejandro González Iñárritu, mit Michael Keaton, Emma Stone, Edward Norton, Zach Galifianakis und Naomi Watts

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Riggan Thomson ist Birdman. Zumindest war er es, damals, vor 20 Jahren, und es war sein einer, großer Erfolg, der ihn weltberühmt machte. Aber nicht stolz. Keine erstrebenswerte Rolle hat er seitdem erhalten, alle sehen in ihm nur noch Birdman. Sein letzter, verzweifelter Versuch sich von Birdman zu lösen und sich als ernsthafter Künstler zu etablieren ist das Theaterstück Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden, das er am Broadway als Autor, Hauptdarsteller und Coproduzent auf die Bühne bringen will. Neben den üblichen Katastrophen bei solchen Inszenierungen hat jetzt, kurz vor der Premiere vor allem mit seiner frisch drogenentwöhnten Tochter Sam und dem widerspenstigen Method-Actor Mike Shiner so seine lieben Probleme, die ihm den Verstand zu rauben drohen – die Stimme in seinem Kopf, die Stimme von Birdman, die ihn immer wieder in alte Bahnen lenken will, sie wird immer mächtiger…

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Ich & Orson Welles (8 / 10)

Me and Orson Welles

von Richard Linklater, mit Christian McKay, Zac Efron und Claire Danes

New York, in den 1937. Ein junger, erst später weltberühmter, Orson Welles bringt Shakespeares „Julius Caesar“ auf die Bühne. Mit dabei: ein noch jüngerer, auch später nicht weltberühmter, Richard Samuels, aus dessen Sicht wir bei den Proben dabei sind. Und die verlaufen, dem Genie-und-Wahnsinn-Klischee streng folgend, sehr chaotisch. Statt Kostümen gibt es Uniformen, Welles glänzt mal mit penetranter Abwesenheit, mal mit Proben bis zum Umfallen. Der egozentrische Regisseur streicht, ändert und ergänzt nach Belieben, feuert Darsteller am einen Tage, um sie am anderen wieder einzustellen und läuft jedem verfügbaren Rock hinterher. Richard, der seine winzige Rolle als Laute spielender Lucius vor allem zum unbezahlten Dabeisein nutzt, landet schnell und unerwartet in der Gunst des großen Meisters, was ihm unbezahlbare Einblick in die Welt des Showbusiness verschafft. Unbezahlbare Einblicke verschafft ihm auch Welles Assistentin Sonja, die ebenso ein gewisses Faible für den jungen Neuzugang entwickelt. Und während die Proben auf die Premiere hinlaufen und das Stück mehr und mehr Form annimmt, merkt der schwer in Sonja verliebte Richard, dass er in Orson Welles einen Nebenbuhler hat. Wenn er sich da mal nicht die Finger verbrennt…

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Das Konzert (6 / 10)

Le concert

von Radu Mihaileanu, mit Aleksei Guskov, Dmitri Nazarov und Mélanie Laurent

Andrej Filipov war vor 30 Jahren gefeierter Stardirigent beim weltberühmten Bolschoi-Orchester. Bis er von der Regierung zum Putzmann degradiert wurde, da er einige jüdische Orchestermitglieder nicht rausschmeißen wollte.
Heute ist er immer noch Putzmann, die meisten ehemaligen Orchestermitglieder gehen längst ähnlich tollen Berufen wie Krankenwagenfahrer, Gemüsehändler oder Möbelpacker nach. Doch kurz nachdem wir als Zuschauer soweit mit dieser Situation vertraut gemacht wurden, fällt Filipov ein Fax des legendären pariser Theaters Châtelet in die Hände. Darin bitten sie das Bolschoi um ein Gastspiel. Geistesgegenwärtig unterschlägt Filipov das Fax, um einen wahnwitzigen Plan zu verfolgen: Er will sein altes Orchester zusammentrommeln und anstatt des Bolschoi-Orchsters das Konzert geben. Mit der Starggeigern Anne-Marie Jacquet als Solistin.
Wenn das mal gutgeht…

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