Merida – Legende der Highlands

Brave

von Mark Andrews und Brenda Chapman

Merida - Soundtrack holen bei amazon.deSo, das hat Merida jetzt davon: Mutti ist nicht mehr dieselbe. Wenn auch anders als gedacht. OK, sie hatte bei der Hexe einen Zauber bestellt, der ihre Mutter verändern sollte. Damit sie nicht immer so furchtbar traditionsversessen und pingelig ist, nicht mehr ständig an Merida rummäkelt. Und vor allem nicht darauf besteht, dass Merida sich endlich wie ein Dame benimmt und einen der grenzdebilen Prinzen der anderen Clans heiratet. Wo sie doch viel lieber ihre Freiheit genießt, auf ihrem Pferd durch die Natur reitet und Abenteuer besteht. Doch wie das bei Hexereien meistens so ist, passiert nie genau das, was man wollte. Und jetzt hat Mutti sich, wie eingangs erwähnt, verändert. Und Merida muss sehen, wie sie alles wieder ins Lot bringt.


Denke ich an Pixar, denke ich an die Monster AG, Wall-E, Ratatouille. Meilensteine des Animationsfilms, technisch Maßstäbe setzend, geniale, für jung wie alt witzige Geschichten erzählend, einen sicheren Oscar. Doch nachdem die letzten Jahre mit Toy Story 3 und Cars 2 nur aufgewärmtes auf den Tisch kam und Cars 2 nicht mal mehr die Oscarnominierung erhielt, begann ich mir Sorgen zu machen. Dann sah ich das erste Mal den Trailer für Merida: Neue Geschichte, weibliche Heldin und aufwendig animierte Locken – die Welt schien wieder in Ordnung. Bis ich den Film sah.

Ich wills mal so sagen: Mit dem Trailer kennt man die halbe Geschichte, die andere Hälfte ist eine müde Mischung aus Aschenputtel (die Hexe) und Bärenbrüder (die Bären). Wortwitz? Originelle Geschichte? Tempo? Fehlanzeige! Das Mädel verzaubert ihre Mutter, hat zwei Tage fürs Rückgängigmachen, und wie sie es schafft ist nicht mal sonderlich originell. Von den wenigen Nebenhandlungssträngen, die nicht aufgelöst werden, will ich noch nicht mal reden. Entwicklung der Figuren? Fehlanzeige. Bis auf die Mutter und allenfalls Merida bleibt sie aus, die restlichen Figuren bleiben Staffage, aufwendig gerendert, aber Staffage. Verdammt, in dieser Geschichte steckte so viel Potential: Das Wiedervereinen der Clans, das Brechen des alten Fluchs, ein prinz von Meridas Kaliber, was weiß ich. Aber genutzt wurde davon nix. Stattdessen: Standardkost und Disney-Filmsongs. Ein Film für Kinder, nicht für Eltern. Vielleicht bin ich zu streng, aber Tatsache bleibt, dass ich noch nie so enttäuscht aus einem Pixar-Film gegangen bin. Wenn das so weitergeht, stehen die bald da, wo Disney einst mit ‚Schneewittchen 2‘ stand: Im Tal der Ideenlosigkeit. Da macht mir nur Sorgen, dass Pixar mittlerweile Disney-Tochter ist.

Mein Fazit: Ich setze zum letzten Mal auf einen Ausrutscher und hoffe inständig, dass die Pixelkünstler die Marketingstrategen rausekeln und beim nächsten Film wieder zum Ideenreichtum der alten Filme zurückfinden. Hier ist das nicht gelungen. (6/10)

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