Lila, Lila

Lila, Lila

von Alain Gsponer, mit Daniel Brühl, Hannah Herzsprung, Henry Hübchen und Kirsten Block

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Lila, Lila

Lila, Lila heißt das Buch, David Kern heißt der Autor. Das Buch ist der absolute Abräumer im Buchgeschäft, das alle, selbst die ganz großen Kritiker, zum Weinen bringt. Weinen möchte auch dessen Autor vor seiner ersten großen Lesung, mit der der Film beginnt. Die eigentlich Geschichte beginnt schon früher, als der unscheinbare Kellner David sich unsterblich in die hübsche Literaturwissenschaftstudentin Marie verliebt. Chancenlos gegen ihre anderen, wort- und weltgewandten Verehrer ist es ein Nachttisch, der die Wende in Davids Leben bringt. Günstig auf dem Flohmarkt gekauft, birgt er zu Davids Überraschung in seiner Schublade das Manuskript zu einem unveröffentlichten Buch, verfasst von einem unbekannten Autor. Kurz entschlossen jubelt er das Buch einer schwer begeisterten Sophie unter, die es ihrerseits einem Verlag vorlegt. Schnell wird das Buch ein Erfolg. Nun hat David nicht nur Sophies, sondern das Herz der ganzen Nation erobert, und ist über Nacht berühmt geworden. Doch gerade als er sich mit der Situation zu arrangieren beginnt, taucht der wahre Autor des Buches auf. Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Diese Verfilmung des Erfolgsromans Lila, Lila von Martin Suter hat ihre starken Seiten: Die Darsteller (Brühl und Hübchen passen perfekt in ihre Rollen, besonders Hübchen tobt sich genüßlich in der schmierigen Rolle des Jackie Stocker aus), die recht aufwendige Inszenierung und die Romanvorlage.
Auf der anderen Seite stehen aber auch ein paar Schwächen: Das Drehbuch, das Drehbuch und das Drehbuch. Den Gesetzen des Kinos und des Mainstreams folgend wurden die satirischen Seitenhiebe auf das Literaturbusiness der Romanvorlage weitestgehend weggekürzt, zugunsten einer ausgebauten Liebesgeschichte und einem erweiterten, glücklichen Ende. Die verbleibende Handlung samt einer (immerhin noch enthaltenen) Kritik an unseren kurzlebigen, oft hohlen Medien ist über große Teile unterhaltsam, oft sogar witzig, kommt aber in den seltensten Fällen über das Niveau eines Fernsehfilms heraus. Nach einem guten Start ermüdet im Mittelteil das Gezänk zwischen David, Sophie und Jackie. Zu Beginn noch leidlich amüsant, versandet es auf Dauer in den üblichen, fernsehgewohnten Bahnen, bevor es gegen Ende endlich seine mäßig originelle Auflösung erhält. Das zuckersüße Finale mag da dann nicht mehr so recht hineinpassen, entlässt uns aber immerhin mäßig unterhalten ins wahre Leben.

Für den Kenner der Vorlage mag der Film interessant sein. Ansonsten ist es eher einer der Filme, di man sich problemlos auch mal irgendwann im Fernsehen oder auf DVD anschauen kann. (6 / 10)

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