So, liebe Leser, wie Euch bestimmt nicht entgangen ist, lief kürzlich der erste Teil der neuesten Star Wars Trilogie an, begleitet von einem Marketingfeuerwerk, das der Explosion des zweiten Todessterns in nichts nachsteht. Der Verdacht, dass die Filme, damals wie heute, weniger zur Unterhaltung sondern mehr als Aufhänger für einen Merchandising-Overkill sondergleichen dienen, bestätigt sich zumindest an der Kinokasse nicht. Da bleibt dann schließlich nur der Blick auf den Film um zu entscheiden, ob wir hier es hier mit einem filmischen Meilenstein oder eher einem kaufmännischen zu tun haben. Die erste Trilogie (Filme 4-6) ordne ich durchaus auch der filmischen Kategorie zu, die zweite (Filme 1-3) ausschließlich der kaufmännischen (die Filme rangieren dabei in einer Liga mit Starship Troopers und 300 – Rise of an Empire bei den schlechtesten Filmen überhaupt). Soviel als Einleitung – und wie war nun der Film?
Kino
Bridge of Spies – Der Unterhändler
Schöner Film nach geradezu klassischer Machart über den ersten Agentenaustausch in Berlin im kalten Krieg. Mal wieder eine Film von Steven Spielberg und mit Tom Hanks zu sehen, ist ein wenig wie nach langer Zeit nach Hause zu kommen, und auch wenn hier ein etwas amerikanischer Blick auf unsere Geschichte geworfen wird, so ist es doch ein sehr aufgeklärter – so hat die Frage, inwieweit wir unter der Angst vor einem unsichtbaren Feind bereit sind, unsere Werte aufzugeben, doch einen gewissen Zeitbezug. Und dass sie hier zaghaft angeschnitten wird, ist mehr als löblich. Noch dazu ist der Film natürlich auch sehr spannend und mit dem einen oder anderen auch aus dem Tatort bekannten Gesicht geschmückt. (9/10)
Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2
So, Katniss und Peeta steuern endlich auf den wohlverdienten Abschluss der viertgeteilten Trilogie zu, die, Funfact am Rande, zu großen Teilen in Berlin gedreht wurde. Kenner des Buches werden kaum überrascht, aber die Bilder im Kopf sind jetzt bunter. Und Jennifer Lawrence ist wie immer eine Augenweide. (8/10)
Der Marsianer
Wie üblich kommt der Film nicht an das Buch heran. Das ist immer so. Gut gelungen ist die optische Umsetzung: Ausstattung, Effekte, Requisisten und Musik. Weniger gelungen ist die Darstellung der technischen Details, ja, ich möcht sogar sagen, die Macher haben sie selber nicht verstanden. Aber selsbt das wäre OK. Dass sie aber zugunsten cooler, aber technisch nicht möglicher Ideen die Handlung abwandeln, das nehme ich ihnen übel (Stichwort Iron Man). Und übrigens, liebe Spiegel-Online Redaktion: Plutonium ist ein Alphastrahler, sodass die Wandung der Batterie alle radioaktive Strahlung zurückhält – also keine Gefahr für Mark. In Summe aber immer noch sehr packend, auch wenn ich zuerst das Buch empfehlen würde. (9/10)
Ex Machina
Böses, kleines Kammerspiel rund um einen Turing-Test und die Frage, wer hier wen manipuliert. (8/10)



