Star Wars – Das Erwachen der Macht

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So, liebe Leser, wie Euch bestimmt nicht entgangen ist, lief kürzlich der erste Teil der neuesten Star Wars Trilogie an, begleitet von einem Marketingfeuerwerk, das der Explosion des zweiten Todessterns in nichts nachsteht. Der Verdacht, dass die Filme, damals wie heute, weniger zur Unterhaltung sondern mehr als Aufhänger für einen Merchandising-Overkill sondergleichen dienen, bestätigt sich zumindest an der Kinokasse nicht. Da bleibt dann schließlich nur der Blick auf den Film um zu entscheiden, ob wir hier es hier mit einem filmischen Meilenstein oder eher einem kaufmännischen zu tun haben. Die erste Trilogie (Filme 4-6) ordne ich durchaus auch der filmischen Kategorie zu, die zweite (Filme 1-3) ausschließlich der kaufmännischen (die Filme rangieren dabei in einer Liga mit Starship Troopers und 300 – Rise of an Empire bei den schlechtesten Filmen überhaupt). Soviel als Einleitung – und wie war nun der Film?

So mittel. Auf der Habenseite sind alte Bekannte, tolle Optik, BB-8, ein Drehbuch mit Handlung und viele Zitate für alte Säcke wie mich, die noch mit der ersten Trilogie aufgewachsen sind. Auf der anderen Seite ist zurecht zu bemängeln, dass der Film zu viele Parallelen zu Teil 4 aufweist – wichtige Infos werden in einem Droiden versteckt, der daraufhin auf einem Wüstenplaneten einen jungen, draufgängerischen Helden (der mit den anderen Helden verwandt ist) in die Hände fällt, von Sturmtruppen gejagt wird und schließlich mit dem Millennium Falcon die Flucht ins All antritt. Im weiteren Verlauf muss ein Todesstern von X-Wings zerstört werden und ein Showdown mit dem Nummer-2-Bösewicht (der auch wieder mit anderen Helden verwandt ist) überlebt werden. Wichtiger Unterschied: Der Cliffhanger kommt dieses Mal schon im ersten Teil.

Was mich am meisten enttäuscht hat, sind einige erhebliche Schwächen in der Regie. Abrams verschenkt einiges Potential durch schlechtes Timing – Han Solo und Chewbacca tauchen viel zu unvermittelt auf, ebenso sehen wir für meinen Geschmack viel zu früh Keylo Rens Gesicht und das seines Meisters. Auch auf der menschlichen Seite bleibt einige Defizite – allein das Duell zwischen Keylo Ren und seinem Vater mündet in einem Dialog, bei dem sich einem die Zehennägel aufstellen. Wo ist der Wortwitz der alten Trilogie (Ich liebe Dich! – Ich weiß.) hin? Warum schafft Abrams es nicht, seinen Figuren eine Seele zu geben? Sie glaubwürdig zu machen? Uns mit ihnen fiebern zu lassen? Und wer uum Teufel kam auf die beknackte Idee mit dem Starkiller-Planeten?? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß dass das, was einen Großteil des alten Charmes (Charmelevel 10) ausmacht, hier fehlt. Nicht soviel wie in der zweiten Trilogie (Charmelevel = 0), aber viel. Sagen wir, 6. Schade.

Mein Fazit: Tja, irgendwo zwischen Trilogie 1 und Trilogie 2. Nett und kurzweilig anzuschauen, teure Tickets, bestimmt auch nett auf BluRay, aber kein Meilenstein. (6/10)

https://youtu.be/VC18mrZJYao

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