Krabat

Krabat

von Marco Kreuzpaintner, mit David Krosse, Christian Redl und Daniel Brühl.

Krabat

Krabat

Waisenjunge Krabat ist arm dran. Nachdem erst der Dreißigjährige Krieg und anschließend die Pest in Europa die Menschen dahingerafft haben, zieht er bettelnd durch die Lande, mit nichts als der Erinnerung an ein besseres Leben. Als ihm im Traum Raben erscheinen und ihm den Weg zu einer alten Mühle weisen, zögert er nicht lange und macht sich auf den Weg. Dort angekommen bietet ihm der unheimliche Müller an, sein Lehrjunge zu werden, mit freier Kost und Logis – klar, das Krabat da nicht lange überlegt. Die Arbeit in der Mühle stellt sich als hart heraus, aber damit kann er leben. Mehr Sorgen machen ihm die mysteriösen Vorgänge in der Mühle und das seltsame Gebaren der anderen Lehrlinge und des Meisters – nicht zu Unrecht, wie sich herausstellt. Denn der Meister ist ein Anhänger der schwarzen Magie, und zwar ein mächtiger. Als Gegenleistung für ihre Arbeit unterrichtet er die Jungen in den schwarzen Künsten, lässt sie als Raben die Lüfte oder unsichtbar die Dörfer erkunden. Auf einem dieser Ausflüge trifft Krabat schließlich auf die hübsche Katorka und verliebt sich auf der Stelle in sie. Nur kann er seinen Job in der Mühle für sie nicht ohne weiteres aufgeben, hat er doch dem Meister ewige Treue geschworen. Einziger Ausweg: Katorka muss Krabat am Silvesterabend freibitten, ohne vorher dem Meister zum Opfer zu fallen. Und da Krabat nicht der erste verliebte Lehrling ist, hat der Meister damit schon Erfahrung…

Hmm, ein deutscher Fantasy-Film? Da marschiert man doch mit etwas Bauchweh ins Kino, neigt doch gerade das Fantasy-Genre bei geringen (also deutschen) Budgets dazu, ins lächerliche abzugleiten. Umso erfreulicher ist daher, dass Marco Kreuzpaintner diese Klippe zielsicher umschifft hat. Neben der soliden Romanvorlage schaffen es vor allem die herausragende Ausstattung und Kameraarbeit, einen schnell in den Bann zu ziehen und die anfänglichen Zweifel zu vergessen. Dieses erfreuliche Niveau schafft es über den größten Teil des Filmes, über die mäßigen darstellerischen Leistungen und stellenweise gruseligen Dialoge hinwegzutäuschen. Hervorzuheben sind die wirklich guten Leistungen von David Kross und Christian Redl, wogegen am anderen Ende der Skala Robert Stadlober angestrengt versucht, den undurchschaubaren Bösewicht zu geben, was ihm nicht wirklich gelingt. Auch verliert sich Kreuzpaintner hier und da etwas in der Romanvorlage, ohne seinen Darstellern immer die Möglichkeit zu geben, ihren Rollen etwas mehr Tiefe zu geben. Im Großen und Ganzen ist Krabat für eine deutsche Produktion ein wirklich beachtenswerter, ambitionierter Film geworden, den man sich nicht entgehen lassen sollte, und auch den Namen Marco Kreuzpaintner sollte man sich merken – mit etwas mehr Erfahrung und etwas mehr Budget werden wir von ihm noch einiges zu erwarten haben. (7)

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