Silver Linings Playbook

Silver Linings Playbook

von David O. Russell, mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver und Robert DeNiro

Silver Linings - Soundtrack holen bei amazon.de„Silver Linings“, den Silberstreif am Horizont, könnte Pat gut brauchen. Gerade holen seine Eltern ihn aus der Psychiatrie nach Hause. Gegen ärztlichen Rat und mit strengen Auflagen. Sein Leben ist etwas aus der Bahn geraten, nachdem vor geraumer Zeit den Liebhaber seiner Frau Nikki übel zusammengeschlagen hat. Die ihn mittlerweil übrigens verlassen hat, ganz nebenbei. Nun aberm endlich wieder in seinem Kinderzimmer untergebracht, versuchen seine Eltern ihn wieder auf die rechte Bahn zu bringen. Was ihnen angesichts Pats zahlreicher Ausraster nicht leicht fällt. Doch auch Pat gibt nicht auf, glaubt an den besagten Silberstreif, der ihm seine Frau zurück und wieder alles ins Lot bringen soll. Das ausgerechnet Tiffany ihm da weiterhelfen kann, ahnt er anfangs nicht. Dafür nervt sie ihn zu sehr. Denn auch sie hat nach dem Tod ihres Mannes auch ihre psychischen Probleme, die sie allerdings nicht mit Gewalt, sondern im Bett austobt. Als Tiffany sich nun anbietet, für Pat einen Brief an seine Ex weiterzuleiten, kommt fahrt in die Sache. Denn sie verlangt eine Gegenleistung für Ihre Hilfe: Er soll mit ihr bei einem Freistil-Tanzwettbewerb mitmachen –  nach dem Motto: Ich helf Dir zu deinem Traum, Du mir zu meinem. Beide ahnen nicht, worauf sie sich da einlassen…



Mangels Alternativen sind wir im Kinoprogramm über diesen Film gestolpert, von dem wohl noch niemand vorher gehört hatte. Dementsprechend viel Platz war auch im Kino. Doch wie das bei Zufallsentdeckungen manchmal so ist, entpuppen sie sich als wahres Juwel. Mit ganzen 8 Oscar Nominierungen in den wichtigen Kategorien, wie am Tag danach bekanntgegeben wurde. Da war der Film wohl gut gewählt…

Nach einem zugegeben etwas schleppenden Anfang kommt der Film nach der ersten Hälfte richtig in Fahrt, um den geneigten Besucher dann in einen Dirty-Dancing mäßigen Finale wegzuspülen wie das Hochwasser einen verirrten Touristen. Regisseur und Drehbuchautor David O. Russell beweist einen feinen Humor und ein gutes Auge für alltäglichen zwischenmenschlichen Wahnsinn, wenn er seine Figuren aufeinanderprallen lässt. Nach und nach zeigt sich, dass praktisch alle anderen auch so ihren Schaden haben, was Pat und Tiffany mit der Zeit immer normaler wirken lässt. Und es ist bezaubernd zu sehen, wie sich die beiden „bekloppten“ zunehmend Halt geben, während um sie herum der schöne Schein zusammenfällt.

Dass praktisch alle Darsteller eine Schauspiel-Nominierung davongetragen haben, wundert nicht – gerade Jennifer Lawrence spielt mit einer unglaublichen Hingabe und beweist so, dass sie mehr kann als „Tribut von Panem“. Für den „Hangover“-Bräutigam Bradley Cooper gilt dasselbe. Und wenn beide zusammen schließlich ihre Tanzdarbietung geben, möchte man ihnen gleich die goldene Trophäe in die Hand drücken.

Wie anfangs schon gesagt, dieser Film ist eine echte Entdeckung. Fantastische Darsteller, eine geniales Drehbuch mit feinem Humor und einer Spur Wahnsinn, vor allem aber sehr sympathisch, lebensbejahend, rührend und witzig – wem dieser Film nicht gefällt, der gehört in die Klapse. (9/10)

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