State of Play – Stand der Dinge

State of Play

von Kevin Macdonald, mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wright Penn und Jason Bateman

State of Play

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Dicke Tränen kullern dem Senator Stephen Collins die Bäckchen herunter, als er vom Unfalltod seiner Fachreferentin erfährt. Was auch verständlich ist, aber während einer Anhörung vor laufenden Kameras eben auch nicht gerade geschickt. Und so wittert die Klatschpresse gleich eine Affäre, und zerlegt den jungen, aufstrebenden Abgeordneten genüsslich. Cal McAffrey, seines Zeichens journalistisches Urgestein der alten Schule, recherchiert gerade an anderer Front. Ein Kleinganove und ein Pizzabote sind nämlich höchst professionell erschossen worden, wer würde da nicht eine Story wittern. Als Stephen bei seinem altem Zimmerkumpel Cal Zuflucht vor der Presse sucht, entdecken sie auf einmal eine Verbindung zwischen den beiden Fällen. Könnte die Sicherheitsfirma PointCorp hinter der Sache stecken? Zusammen mit der jungen Bloggerin Della Frye macht Cal sich auf die Suche nach Hintermännern, sehr zum leidwesen seiner Chefradakteurin, die nicht an solche Verschwörungstheorien glaubt und lieber eine schnelle Story hätte. Doch je tiefer Cal in die Sache eintaucht, umso unwahrscheinlicher wird das – denn die eigentlich Story ist noch viel größer, als Cal in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können…

Dieser Film hätte einmal eine Serie werden sollen. Entsprechend kompakt und vielschichtig ist die Handlung, und entsprechend viele Wendungen gibt es. Dass man als Zuschauer dabei nicht Faden und Spaß verliert, ist zum einen dem gelungenen Drehbuch von Matthew Michael Carnahan und Tony Gilroy und zum anderen der routinierten Regie des an komplexe Geschichten gewöhnten Regisseurs Kevin MacDonald zu verdanken. Und natürlich den sagenhaften Schauspielern. Russel Crowe spielt den sympathischen Haudegen so wie schon in American Gangster aus dem Eff Eff. Helen Mirren ist immer eine Genuss, und mit ihrer Darbietung der raubeinigen Chefredakteurin raucht sie Spidermans Boss in der Pfeife. Vor allem aber ist es der nicht gerade für überragende Schauspielkunst bekannte Ben Affleck, der in seiner Rolle als Senator Collins mit seinem differenzierten Spiel zu überraschen weiß – Respekt! Auch die übrigen Darsteller glänzen in ihren Rollen mit sichtlicher Spielfreude, so dass man sich manchmal einfach zurücklehnen möchte, um das Spiel zu genießen. Nur dass man dazu durch die komplexe, hochspannende Geschichte und einige kleine, feine, zum Nägelkauen spannende Actionszenen kaum kommt. So bleibt am Ende außer der letzten Wendung der Geschichte kaum was zu kritisieren, im Gegenteil, soviel solides Handwerk ist selten geworden auf den Leinwänden dieser Welt. Insbesondere hat mir gefallen, dass es am Ende nicht die übliche detaillierte Erklärung der wahren Abläufe gegeben hat – wer Cals Gedanken nicht schnell genug folgen konnte, muss elbst sehen, wie er sich die Geschichte zusammenreimt. Oder seine Zeitung lesen. Schön! (8/10)

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