Happy-Go-Lucky

Happy-Go-Lucky

von Mike Leigh, mit Sally Hawkins

Happy-Go-Lucky - DVD [UK-Import] bestellen bei amazon.dePoppy, eigentlich Pauline, ist einer dieser Menschen, die nichts aus der Bahn wirft. Ihre Optimismus ist grenzenlos, ihre gute Laune unerschütterlich, ihr Mundwerk nicht zu stoppen, und vor allem ist sie glücklich. Das alles ist für Menschen, die gerne ihre Griesgrämigkeit genießen, natürlich nur schwer zu ertragen. Auch für Beziehungen kann das tödlich sein, sofern man auch mal auf einen gepflegten Streit oder etwas Ruhe Wert legt. Aber, wie oben erwähnt, Poppy wirft nichts aus der Bahn, und so dürfen wir einigen Episoden ihres Lebens beiwohnen, ob sie nun ihrer Arbeit in der Grunschule nachgeht und Hühnermützen bastelt, einen (griesgrämigen) Buchladenbesitzer bespasst, mit ihren Freundinnen feiert, bei einem extrem griesgrämigen Fahrlerer Fahrstunden nimmt, sich mit einem Penner unterhält oder ihre Schwester besucht. Hört sich langweilig an – ist es aber nicht.

Um es kurz zu machen – das ist ein Frauenfilm. Zumindest hatten sie deutlich mehr Spaß an Poppys Geplapper als die meisten der anwesenden Herrn. Aber auch wenn es einem selber vielleicht nicht anders geht als dem Buchladenbesitzer zu Beginn des Films, so ist es auf doch schwer, sich Poppys Charme zu entziehen. Das ist an allererster Stelle natürlich der Verdienst von Sally Hawkins, die mit ihrer Figur eins wird und eine grandiose Vorstellung hinlegt – vor allem wenn man davon ausgeht, dass auch sie bei den Dreharbeiten mal einen schlechten Tag gehabt haben muss… Dies Leistung bringt Mike Leigh gekonnt auf die Leinwand, verbunden mit Postkartenbildern Londons, einem gefühlvollen Soundtrack und – da war ja noch was – den anderen Darstellern. Gegen Sally Hawkins Präsenz nicht erdrückt zu werden, ist an sich schon eine Leistung – besonders hervorzuheben ist dabei Eddie Marsan als neurotischer Fahrlehrer, der eine fantastische Leistung abliefert und so eigentlich als einziger neben Poppy im Gedächtnis haften bleiben kann.
Alles in allem ein Anfangs etwas anstrengender, aber stetig besser werdender Episodenfilm mit der Erkenntnis, dass die Welt mit mehr Poppys eine bessere wäre. (8)

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