Chiko

Chiko

von Özgür Yildirim, mit Denis Moschitto, Volkan Özcan und Moritz Bleibtreu

Chiko - FilmplakatChikos Name ist eigentlich nicht Chiko, sondern Isa. Aber das ist natürlich nicht beeindruckend genug, wenn man in der Hamburger Drogenszene ganz nach oben will. Und Chiko will ganz nach oben. Zumindest erstmal auf Höhe von Drogenboss „Brownie“, mit dem er recht unkompliziert durch vermöbeln eines Zwischenhändlers in Kontakt kommt. Überraschenderweise ist Brownie von Chiko durchaus beeindruckt, und gibt ihm eine Chance als Großdealer. Chikos Kumpel Tibet hat abei weniger Glück, sein Versuch, etwas von dem Stoff für sich beiseite zu schaffen, endet mit einem Nagel Fuß, persönlich eingeschlagen von Brownie. Nach diesem Zwischenfall kriselt es zwischen den beinahe Brüdern Chiko und Tibet, hauptsächlich aufgrund diametralen Ansichten zum Umgang mit Brownie (Umgarnen vs. Umbringen). Dieser Stein des Anstoßes setzt für beide eine Spirale in Gang, die Chiko nach oben und Tibet immer weiter nach unten führt. Doch man trifft sich immer zweimal im Leben…

Jungregisseur Yildirim hat sich offenbar nicht nur zur Berlinale, sondern auch schon lange vorher im Kino aufgehalten. Zumindest lassen dass seine zahllosen Anleihen bei großen Gangsterfilmen vermuten, bei denen er sich großzügig bedient. Leider verliert er dabei aus dem Auge, dass große Gangsterfilme nicht in Hamburg spielen können und dass auch die Handlung und Figurenzeichnung einiges an Aufmerksamkeit verdient. Um es kurz zu machen: Sonderlich viel Sympathie bringt man für Chiko & Co. nicht auf. Dementsprechend wenig Mitleid bringt man für sie auf, wenn’s bergab geht. Die Handlung wirkt ein wenig zusammengwürfelt und wenig rund, einige handlungsstränge hätten sich sicherlich besser zusammenführen lassen. Auch die heutzutage unvermeidlichen Gewaltszenen müssen wir über uns ergehen lassen, wobei auch hier das letzte bisschen Klasse fehlt. Geht man nach einem zu langen Ende (die letzten fünf Minuten hätte man sich sparen können, wäre zumindest ein offeneres Ende gewesen) aus dem Kino, so geht man mit gemischten Gefühlen; hätte er etwas weniger auf große Vorbilder geschielt und etwas mehr eigenen Charakter entwickelt, so wäre er bestimmt gut geworden. Hat er aber nicht, und ist er also nicht. (6)

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