Der gute Hirte

The Good Shepherd
von Robert De Niro, mit Matt Damon, Angelina Jolie, Alec Baldwin, Billy Crudup, Robert De Niro, Michael Gambon, Martina Gedeck, William Hurt, Timothy Hutton, Joe Pesci und John Turturro

1961. Die Invasion der Schweinebucht geht für die CIA gründlich in die Hose. Für Edward Wilson, CIA-Mitorganisator der Aktion, ist klar, dass es einen Verräter in den eigenen Reihen geben muss. Einziger Hinweis ist ein unscharfes Schwarzweißfoto und ein Tonband. Und während beides im Labor untersucht wird, lässt er sein Leben Revue passieren: Seine Studienzeit, die Aufnahme in den Geheimbund der Bonemen, seine erste und einzige große Liebe zu der taubstummen Laura, seine Ehe mit der vorschnell geschwängerten und somit zu ehelichenden Margaret, sowie seinen Sohn Edward. Und über all dem seine Karriere beim Geheimdienst OSS, seine Zeit in London und Berlin, und schließlich die Gründung der CIA. Als der Verräter schließlich aufgedeckt wird, wird für Edward persönlich: Er muss sich entscheiden zwischen seiner Familie und seinem Land.

Sorry Leute, etwas lustlos erzählt, spiegelt aber mein Kinoerlebnis wieder. Es wird eine lange, patriotische Geschichte über einen Menschen erzählt, der sein Leben zu früh in den Dienst seines Landes stellt, und dessen Brillianz im Beruf nur von seinem Versagen im Privatleben und seiner Farblosigkeit übertroffen wird. Ein Mensch ohne Ideale, jemand ohne eigene Wünsche, der vor lauter Pflichtgefühl nicht merkt, wie er sich selbst verrät. Also kein sonderlicher Sympathieträger, dessen Handeln (bzw. Nicht-Handeln) wir über fast drei Stunden verfolgen dürfen. Matt Damon spielt, wie auch in Departed und Team America, routiniert den unauffälligen, mimikfreien Emporkömmling, und er altert sehr überzeugend über die Lage seines Scheitels und sein Brillenmodell. Die Spionagegeschichte dreht sich hauptsächlich um Spionage-Geschichte, der hinzugedichtete Teil um den Verräter ist nett, aber belanglos. Wir lernen somit also, wie Patrioten aussehen, lernen etwas über die Gründung der CIA und deren Foltermethoden, staunen über die große Anzahl bekannter Darsteller, und freuen uns, wenn der Abspann endlich läuft. Für Nicht-US-Amerikaner belanglos. (5)

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