Die schlechte Nachricht: Das 2008er Konzert von Death Cab for Cutie war um Längen besser als das diesjährige. Natürlich gab es auch diesmal Höhepunkte. Alleine „I’ll follow you into the dark“ von Ben Gibbard solo gespielt, „I will possess your heart“ mit dem überwältigendem, komplett vorgetragenem Intro und schließlich der Song, seit dem man in diese Band vernarrt ist, „Transatlanticism“, lohnen den Konzertbesuch. Dazwischen aber eine viel zu lange, unstrukturierte Setlist, lieblos und zu schnell herunter gespielte Songs wie z.B. das (eigentlich wunderbare) „Marching Bands of Manhattan“, ein völlig zappeliger Ben Gibbard, der sich selbst bei ruhigen Stücken bewegt wie jemand, der zum ersten Mal auf Schlittschuhen steht, und dann auch noch das total vergeigte (eigentlich grandiose) „You are a tourist“, erste Single ihres neuen Albums Codes and Keys.
Jetzt aber die gute Nachricht: Wir haben THE HEAD AND THE HEART gesehen!

Entweder man ist in den Siebziger Jahren aufgewachsen und hat sich den Deutschen Herbst mit der Musik von Ton Steine Scherben untermalen lassen. Oder man ist in den Neunziger Jahren groß geworden und hat sich an der Musik von Selig berauscht. Im besten Fall ordnet man beide Bands unter den besten fünf deutschsprachigen Musikgruppen aller Zeiten ein. In jedem Fall liegt ein Besuch der Veranstaltung „Jan Plewka singt Rio Reiser“ nahe und man wird es kaum bereuen, denn man erlebt einen Abend, den man nicht wieder vergessen wird.
