Amos Lee – Live in concert!

Sorry, Tobe! Ich weiß… Musik ist hier Dein Fachgebiet. ABER: Vom Amos Lee Konzert am 7. März 2011 im Hamburger Stage Club muss ich berichten! Wärst Du auch da gewesen, hättest Du selbst darüber schreiben können ;-).
Wem sagt hier der Name Amos Lee etwas?? Vor circa 5 Jahren wurde ich durch einen Kumpel – einen Gitarristen – auf Amos Lee aufmerksam. Seit dem höre ich seine Musik sehr gerne und habe alle vier bisher erschienenen Alben. Stilistisch bewegt sich die Musik des US-Singer-Songwriters zwischen Jazz und Country, gitarrenlastig, eher akustisch arrangiert und übersichtlich instrumentiert. Die einzigartige Atmosphäre der Songs entsteht durch Amos Lees warme Soulstimme und den Groove der Stücke. Schade also, dass er so wenig bekannt ist…

…hier bei uns jedenfalls. In den Staaten war Amos mit Bob Dylan, Paul Simon, Van Morrison, Elvis Costello, Dave Matthews und Norah Jones auf Tour, letztere spielt sogar bei einigen Stücken auf Amos Lees Debütalbum Amos Lee (2005) mit.
Um so erstaunter war ich dann, als ich zufällig gehört habe, dass Amos Lee nach Hamburg kommt! Er spielte zwei Konzertre in Deutschland, eins davon im Stage Club. Die relativ intime Räumlichkeit schien mir wie geschaffen für diese Art Musik. Wiederum erstaunt war ich dann, als Amos alleine ohne Band auftrat – anderthalb Stunden lang dauerte das Programm. Respekt, dass es nicht einen Moment langweilig wurde! Wer kann das schon? Ohne aufwendige Lichtshow und Effekte stand der Mann mit der Gibson-Gitarre im Mittelpunkt. Die Band drum herum habe ich nicht vermisst, im Gegenteil: Viele Songs gefielen mir so schlicht noch besser als die Studioaufnahmen. Und das Publikum im randvollen und ausverkauften Stage Club lag ihm sofort zu Füßen. Zu Beginn wirkte der Südstaatler eher introvertiert, nach dem dritten Song war aber auch er aufgetaut und unterhielt uns mit fast schon flapsigen Ansagen und Geschichten. So erfuhren wir, dass es angeblich zu teuer gewesen sei, mit der ganzen Band nach Hamburg zu kommen.
Musikalisch gesehen machte er den Anfang mit El Camino von seinem neuesten Album Mission Bell, gefolgt von einer bunten Mischung seiner CD’s. Die meisten Stücke stammten an diesem Abend aber wohl von seinem ersten Album, und diese kamen, wie er selbst bemerkte, auch beim Publikum am besten an. So hörten wir Keep it loose, keep it tight, Arms of a Woman, Soul Suckers und Colors mit Begeisterung. Ich hatte den Eindruck, dass Amos Lee zum Teil spontan überlegte, welche Songs er als nächstes spielt, um flexibel auf seine Zuhörer aller Altersklassen eingehen zu können.

Als letzten Programmpunkt sang Amos Lee Night Train und wollte uns mit den Textzeilen „…trying to get us safely home“ nach Hause zu entlassen – was jedoch nicht gelang, weil wir ihn noch zwei Mal für Zugaben heraus klatschen.
Das Konzert machte mir noch einmal deutlich, wie schade es ist, dass Amos Lee nicht bekannter ist! Andererseits bin ich auch sehr dankbar dafür, denn diese fast schon private Stimmung im Stage Club, die Auswahl der Stücke und Amos Lees sympathische und authentische Art machten das Konzert zu etwas ganz Besonderem. Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht: Amos Lee ist überraschend mit „Mission Bell“ auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts! Heißt es dann beim nächsten Mal: Amos Lee spielt in der O2-Arena?? Bitte nicht!!

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