Felix Meyer – Von Engeln und Schweinen

Diese Geschichte ist schon ziemlich unglaublich. Und nur die Tatsache, dass ich Felix seit fast 20 Jahren kenne, hält mich davon ab, müde die Augenbraue zu heben und mich zu fragen, wann der Musikbranche endlich wieder bessere Stories zu neuen Veröffentlichungen einfallen werden. In dieser (wahren) Geschichte zieht ein junger Berliner Rotzlöffel namens Felix nach dem Abitur musizierend und fotografierend durch die Welt, um nach über zehn Jahren in der Fußgängerzone von Lüneburg (!) vom Produzenten von Tokio Hotel (!!!) „entdeckt“ zu werden. Ja ja, ich weiß, was ihr denkt… sagte ich schon, dass ich mit Felix einen relevanten Teil meiner Jugend verbracht habe?

Nach nicht ganz zwei Jahren Produktionszeit liegt nun das erste Studioalbum von Felix Meyer und seiner Band vor.

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Pearl Jam – Backspacer

Pearl Jam - Backspacer Machmal ist alles tatsächlich nur eine Frage der Motivation. Meine sah heute morgen folgendermaßen aus: Ich befinde mich auf meinem Fahrrad und dem Weg zur Arbeit und als ob es nicht ausreichen würde, dass es regnet und ich verkatert bin, erblicke ich ein Plakat, auf dem das neue Creed-Album als das „Comeback des Jahres“ angepriesen wird… Nicht verstanden? Egal! Jetzt also zum Backspacer des Jahres: Die Pearl Jam der Nuller Jahre waren erwartungsgemäß nicht mit denen der Neunziger Jahre zu vergleichen. Trotz großartiger Songs („I Am Mine“, „Man of the Hour“, „Inside Job“) und unvergesslicher Konzerte blieben mit Riot Act und dessen selbstbetitelten Nachfolger zwei unschlüssige und irgendwie schwermütige Alben in Erinnerung, die die Grunge-Veteranen nun mit Backspacer jedoch wie eine dicke Staubschicht von sich geschüttelt haben. Schütteln ist überhaupt das Stichwort. Die ersten drei Songs des neuen Albums schütteln den Hörer gleich mal so richtig durch und offenbaren noch dazu einen ungeahnt naiven Frohmut.

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Element of Crime – Immer da wo du bist bin ich nie

Element of Crime
Element of Crime

Element of Crime präsentieren mit Immer da wo du bist bin ich nie das wertvollste deutschsprachige Album seit Wir sind Helden mit Soundso vor zwei Jahren. Und so beginnen wir dieses Mal mit einem Zitat:

„Wenn die Sonne noch weiter nach rechts rückt – und ich fürchte, sie wird das noch tun
Scheint sie mir voll in die Augen – und dann mache ich die einfach mal zu
Und hör mir in Ruhe den Rentner an – der am Nachbartisch ungefragt schreit
Dass er `76 schon Punk war – und immer zum Pogo bereit“

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Selig – Und endlich unendlich

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Da wartet man seit fast drei Jahren auf eine neue TempEau.-Platte, um dann in irgendeiner Randnotiz zu erfahren, dass sich die fünf Mitglieder von Selig wieder vereinigt haben, um ein neues Album aufzunehmen und damit auf Tour zu gehen. Moment mal, war nach dem Ende von Selig nicht von einer reinen „Zufallsgemeinschaft“ gesprochen worden, die man nun endlich hinter sich lassen konnte, um sich in anderen, besseren Projekten zu verwirklichen. Die Diskrepanz zu dem nicht gerade bescheidenen Titel des neuen Albums könnte größer nicht sein. Auch die Verwendung des exakt gleichen Bandlogos wie auf dem ersten Selig Album verdeutlicht den Grund dieses Comebacks – es ist der Wunsch nach Wieder- und vor allem wieder nach Anerkennung. Würde man Selig nicht zufällig für die beste deutsche Band der Neunziger Jahre halten, so wäre Und endlich unendlich ein perfektes Beispiel für ein Album, das man sich aus Prinzip nicht kauft. Aber so?

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The Rifles – The Great Escape

The Rifles - The Great Escape
Okay, ich gebe zu: Bei mir dauert es immer etwas länger, bis ich die Jahresabschlusslisten verdaut habe. Zum Jahreswechsel freute man sich noch, Lieblinge wie Sigur Rós, The Notwist, Death Cab for Cutie und Bloc Party souverän in den unterschiedlichen Listen vertreten zu sehen, man ärgerte sich über die flächendeckende Überschätzung von Portishead und Hot Chip sowie die Nichtberücksichtigungen von Coldplay und Nada Surf. Und schließlich hob man behutsam die Neuentdeckungen MGMT (gesprochen: „Management“) und Bon Iver auf, um sie ans Herz zu drücken und den ganzen Januar lang „Kids“ oder „Time to pretend“ vor sich hin zu trällern. In den Bestenlisten fand auch (zu recht) das letzte Oasis Album Erwähnung, wenn auch (zu recht) nicht auf den Topplatzierungen. Die Band aus Manchester hat sich im letzten Jahr mit dem wieder deutlich inspirierteren Dig Out Your Soul ins Britpop-Business zurückgemeldet und man darf gespannt sein, ob die nächste Single „Falling Down“ auch ihre Radioabstinenz der letzten Jahre beenden wird.

Die besseren Oasis kommen dieses Jahr allerdings aus Chingford, London und heißen The Rifles.

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