Stromberg – Der Film

Stromberg – Der Film

von Arne Feldhusen, mit Christoph Maria-Herbst und Bjarne Mädel

Stromberg - der Film -- Bestellen bei amazon.deEs läuft wie immer, für Deutschlands bekanntesten Opportunisten im Versicherungsinnendienst: Sich selber vor der Kamera ins beste Licht rücken, und ansonsten schön die Konkurrenz kleinhalten. Vor allem Berthold „Ernie“ Heisterkamp, der sich gerade besonders auf dem Karrieretrip befindet.
Doch dunkle Wolken ziehen auf über dem Paradies, wie gut informierte Vögelchen Stromberg zutragen – von Schließung und Stellenabbau ist die Rede. Klarer Fall, da muss er sich intensiv beim Vorstand einschleimen, um schleunigst einen Posten in der Zentrale zu ergattern. Gesagt, getan, sitzt er mit der Abteilung im Bus, in Richtung 50-Jahr-Feier. Dort trifft er nicht nur auf den mäßig erfreuten Vorstandschef, sondern auch auf einige nicht weniger erfreute „Weggenossen“, die seine Pläne nach Kräften zu durchkreuzen versuchen. Doch wenn einer das Karreierbusiness versteht, dann Stromberg. Und er hat noch so einige Asse im Ärmel, von denen Alleinunterhalter Günni noch nicht mal das stärkste ist…


Ja, die Serie war mir bekannt, aber zu mehr als eine halbe Folge hat es nie gereicht – wohingegen ich Kino-Sven seit der Monster AG nicht mehr so aufgeregt erlebt habe wie bei diesem Film. Hardcore-Fan eben. Bemerkenswert an diesem Film ist weiterhin, dass ein gutes Drittel des Budgets per Crowdfunding beschafft wurden. Das dürfte für die Spender ein gutes Geschäft gewesen sein, denn, so darf ich feststellen, der Film ist wirklich gelungen. Selbst für Nicht-Fans.
Zu Beginn erwartet uns das üblich Bürogeplänkel auf TV-Niveau, doch sobald die Truppe den Bus besteigt, dreht der Tatortreiniger-Regisseur Arne Feldhusen kräftig an der Temposchraube. Wer schon einmal einen Abteilungsausflug gemacht hat, kommt aus dem Lachen nicht mehr raus: Von saunierenden Proseccolerchen über angetrunkene Außendienstler bis hin zu abgrundtief schlechten Imagefilmchen der PR-Abteilung, hier ist alles dabei. Und wenn dann der Vorstandschef zu später Stunde in Promillefieber seine wirkliche Meinung zu Frauen in Vorstandsetagen und Mitarbeitern mit Migartionshintergrund kundtut, ist nicht nur Stromberg in seiner Welt, sondern auch der sich im Kinosessel kringelnde Kinozuschauer.
Da verzeiht man den Machern Storyanleihen bei der Hamburg-Mannheimer und kräftigem Product-Placement mit Milchreis und Kräuterschnaps. Hier merkt man Herzblut nicht nur beim begnadeteten Christoph Maria Herbst und dem unerreichten Bjarne Mädel, sondern bei allen Beteiligten. Da hatten alte Bekannte eine Menge Spaß, und das kommt rüber.
Mehr davon, bitte! (9/10)

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