OSCAR© 2012 – Die Nachlese

©A.M.P.A.S.


Die Oscarnacht ist vorbei, in der Redaktion kehrt wieder Ruhe ein, ein Minimum an Schlaf ist nachgeholt – Zeit für den Rückblick auf den Abend.

‚The Artist‘ hat (zu Recht) gewonnen, ein Franzose ist zum ersten Mal bester Darsteller geworden (und das im Land der ‚Freedom Fries‘!!!), ‚Hugo‘ hat (zu Recht) nur in den technischen Kategorien gepunktet und somit eher verloren. All das hat die Tagespresse sehr schön zusammengefasst:

Ansonsten? Nun ja, zum einen war Billy Crystal … jaaaa, ich höre schon auf – ohne ihn ist der Oscar nunmal nur halber Oscar – er schafft den Spagat zwischen angemessener Feierlichkeit und erfrischender Respektlosigkeit, die die Zeremonie immer wieder auf den Boden zurückholt: „Es gibt doch nichts besseres gegen die Wirtschaftskrise, als Millionären dabei zuzusehen, wie sie sich goldene Statuen überreichen.“. Touché.

Überhaupt schien sich die Academy dieses Jahr etwas mehr auf ihre Wurzeln zu besinnen. In den letzten Jahren wurde bekanntlich auf Krampf versucht, sich (bis zur Belanglosigkeit) „zur verjüngen“, etwa mit jungen, hippe und total überforderten Moderatoren (Anne Hathaway und James Franco im letzten Jahr) oder der Einführung von 10 statt 5 Nominierten für den besten Film (Respekt vor so viel Mut *hust*).

Nein, dieses Jahr war vieles wie früher: Der Vorhang war rot und plüschig, der Moderator kampferprobt und charmant, selbst die Filme feierten die Wurzeln des Films, ob nun ‚Hugo‘ oder ‚The Artist‘, beide auf ihre Weise. Nach der köstlichen Film-Collage mit Billy Crystal (hier das einzige mir bekannte frei verfügbare Beweisvideo) und Gesangseinlage war der Boden bereitet für Heerscharen von A-Klasse Schauspielern von Cruise bis Cruz, die ihre jeweiligen Kategorien mal mehr, mal weniger souverän präsentierten – Highlight waren da neben den ‚Bridesmaids‘-Wuchtbrummen mit ihrem Scorses-Trinkspiel vor allem Zack Galafianakis und Will Ferrel, die ihre höchst albernen Orchestermusiker-Nummer mit ihrer üblichen beherrschten, stoischen Ernsthaftigkeit vorbrachten, dass man lachend Sofa fällt – dafür gibt es bei mir Zeugen, ganz nebenbei.

Ansonsten waren die Highlights sehr feierlich, wie etwa das übliche Gedenken der Verstorbenen zu einem gänsehauttreibenden ‚Wonderful World‘ oder die einzigartige, unglaubliche und erstklassige Akrobatikeinlage des Cirque de Soleil, aber im Großen und Ganzen war es das dann auch – Präsentation der Kategorie, Gewinner verlesen, Dankesrede, Witz von Crystal und weiter im Programm. Da erinnere ich mich an bessere Shows, aber ich will nicht sentimental werden. Wenn die Academy diesen Kurs weiter fährt, statt auf Krampf junge Zielgruppen anlocken zu wollen, dann wird das schon wieder. Und so freut sich schon auf’s nächste Jahr

Euer chrjue

2 Gedanken zu „OSCAR© 2012 – Die Nachlese

  1. Schraddel-N.

    Ja, stimmt – du lachtest so herzhaft und laut bei der Orchesternummer, dass ich kurz aus meinem übernächtigten, müden Zustand erwachte und bemerkte, dass sich auch meine Mundwinkel unweigerlich nach oben bewegen…
    Die Zeugin

    Antworten

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