MSC Magnifica

Flaggen der MSC im Wind

Flaggen der MSC

Die MSC Magnifica ist das neueste Schiff der italienischen Reederei MSC, Baujahr 2010. Am 6. März war die Schiffstaufe in Hamburg, und ich hatte die große Ehre, zu dieser Gelegenheit zwei Tage und Nächte an Board sein zu dürfen. Wie es dazu kam, ist wohl eine andere Geschichte, jedenfalls hatte ich quasi eine Einladung zum „Rund um die Uhr Essen“. Puh, eine extrem schwierige Aufgabe in Anbetracht der fünf Restaurants und zahlreichen Bars an Board! Zwischen den Mahlzeiten gab es ein Unterhaltungsprogramm, um zumindest ansatzweise die aufgenommenen Kalorien wieder zu verbrennen.

Nach der Einschiffung mittags stand sofort das Mittagsbuffet für uns bereit. Die Cafeteria Sahara hat eine Mischung aus kalten und warmen Speisen aufgefahren, aus denen wir nach Belieben auswählen konnten: Kartoffelgratin, verschiedene Pasta, Reis, Couscous, Pommes, Würstchen, (trockene) Frikadellen, kleine (zarte) Schnitzel, Fisch, Salate, Brote und eine Auswahl an Pudding und Törtchen. Nur: Wo ist das Besteck? Wo das Dressing zum Salat (jedenfalls nicht BEIM Salat, sondern wie sich später herausstellt, am anderen Ende des Buffets)? Gibt es auch Servietten? Nun ja, das Essen erinnert mich ehrlich gesagt etwas an besseres Mensa- oder Kantinenessen. Beim zweiten Gang durch’s Buffet habe ich dann die Beschriftung der Speisen genauer betrachtet: Nachnahmen-Filet? Backen Apfeln? Geraucht Hering? Wo sind wir hier?? Ach ja, auf einem Luxusschiff. Da gibt es natürlich Übersetzungsprogramme und kein Personal zum Übelsetzen… Ich habe mich köstlich amüsiert – und was das Essen angeht, kann man von einer Cafeteria vielleicht auch nicht zu viel erwarten.

Krude Übersetzungen durchziehen das Buffet wie Fett das Fleisch

Gelungene Übersetzung

Am ersten Abend hatten wir eine Einladung ins Ristaurante L’Edera. Hier wartete ein mehrgängiges Menü auf uns, das wir selbst zusammenstellen konnten. Ich entschied mich für das „Triptychon des Meeres“ (Schwertfisch-Carpaccio mit Zitrusfrüchten mariniert, sautierte Riesengarnele mit Lauch), Spargelflan in Käsecreme (gut, wenn auch Spargel Anfang März etwas exotisch wirkt) und Weiße-Schokolade-Halbgefrorenes an Pistaziensauce (Mir fehlen die Worte! Lecker!).Das Essen macht die Erlebnisse vom Mittag wieder gut! Das Restaurant ist chic, die Kellner freundlich und aufmerksam. So konnten wir wohlgenährt den Abend an Board genießen: Livemusik in den Lounges, stimmungsvolle Athmosphäre und, rechnet man das Sich-Verlaufen auf dem Schiff mit ein, kilometerweites Flanieren auf den Decks. So konnte man die Crêpes um Mitternacht fast schon wieder gut gebrauchen!

Am nächsten Morgen erwartete und das Frühstücksbuffet, wieder in der Cafeteria Sahara. Unser Eindruck wurde bestätigt: Das Frühstück ist okay, haut mich aber nicht um. Zwei Sorten Brötchen, etwas Brot, jeweils zwei Sorten Wurst und Käse, diverse abgepackte Marmeladen, Rühr- und Spiegeleier, Würstchen, Obst, einfacher Joghurt, etwas Cornflakes. Mit einem üppigen Hotelfrühstück ist das nicht zu vergleichen, aber da ja noch ein ganzer weiterer Tag mit Gala Diner auf mich wartet, will ich mich mal nicht beschweren!

Dessert

Weiße-Schokolade-Halbgefrorenes

Nach einer Schiffsbesichtigung durch Show-Kabinen, Bars und den Spa Bereich, gönnten wir uns eine Kleinigkeit in der Bar La Barchetta, direkt am Pool. Ich versuchte, Tee zu bestellen. Hm, kann doch nicht so schwierig sein – dachte ich! Das Personal ist hauptsächlich philippinisch, und das macht die Verständigung auf Englisch wirklich spannend! Als die Dame endlich verstand, dass ich Tee möchte, bekam ich eine Kanne heißes Wasser mit immerhin zwei (aber verschiedenen!) Teebeuteln. Die dazu bestellte Milch war aufgeschäumt (ich bin ja grundsätzlich auch offen für neue Erfahrungen). Aber immerhin GAB es Tee! Am Tag zuvor war in einer anderen Bar gerade kein heiß Wasser verfügbar, in der Bar, die wir dann auswählten, suchte der Kellner vergeblich nach Roibuschtee… Aber auch in La Barchetta: Das angebotene Eis macht alles wieder gut! Das Fruchteis ist so cremig und aromatisch, dass ich nur schwärmen kann! Mango- oder Pfirsicheis, Banane, Zitrone, Ananas… vom Milchspeiseeis ganz zu schweigen! Das war neben der tollen Location am Innenpool der Grund, welshalb wir öfter einen kleinen Abstecher hier her machten!

Dekoration am Buffet

Dekoration am Buffet

Nach einem weiteren Mittagessen in der Cafeteria, das ähnlich wie das erste ausfiel, war für den zweiten Abend ein Gala Diner im L’Edera angekündigt. Die Karte klang vielversprechend, und als ich gerade anfing mir Gedanken zu machen, welche der fünf Gänge ich auswählen würde, kam der Kellner schon mit Gang eins. Erst da verstand ich, dass an diesem Abend alles serviert würde. Oh Gott! Und das nach anderhalb Tagen an Board mit üppigem Frühstück, Mittagessen, Eis usw.! Na gut, ich stellte mich tapfer meiner Aufgabe, und es begann mit Kammmuscheln auf Porreefondue mit Safranfäden (Ich bin kein Muschelfan, aber meine Tischnachbarn waren begeistert), gefolgt von geräucherter Entenbrust auf Salat mit Frucht-Mostarda und Pumpernickel (sehr gut) und Ravioli mit Gemüse-Ricotta-Füllung in Walnusssauce (lässt jedes Vegetarierherz höher schlagen). Danach kam der Hauptgang: zur Wahl standen Seebarschfilet mit Spargel und schwarzem Trüffel auf Topinamburstampf (meine Begleitung strahlte) und Rindsfilet in goldbraunem Blätterteig mit Fois-Gras und Morchseln in Madeirareduktion (gut, nur das Filat war etwas zu durch). Das Dessert war ein „Magnifico“ aus schwarzer Schokolade auf knusprigem Haselnussboden (extremst gehaltvoll und nach den Gängen vorweg eigentlich nicht zu schaffen – aber lecker!). Kaum noch zu irgendeiner Art Bewegung fähig, folgten dem Gala Diner die offizielle Schiffstaufe, ein Auftritt von Eros Ramazotti und ein Konzert von Sasha (super Stimmung, sympathische Erscheinung und deutlich besser als im Radio!). So hatten wir Zeit, uns vor dem Mitternachtsbuffet noch etwas zu erholen. Allerdings muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich meine Begleitung alleine zum Buffet geschickt habe…

Schokolaen Dessert

"Magnifico" aus Schokolade

Die Tage auf der MSC Magnifica waren ein Erlebnis: Essen bis zum Umfallen (in diesem Falle auch noch umsonst, deshalb kann ich leider nichts zu den offiziellen Preisen sagen), eine elegante und exklusive Atmosphäre in allen Teilen des Schiffes, viele Menschen, Presse und Fernsehen,… noch einen Tag mehr hätte ich gerne an Board verbracht, auch um den Spa Bereich zu testen, der leider an diesen beiden Tagen nur zur Präsentation geöffnet war. Ein „Erlebnis der besonderen Art“ sind übrigens die öffentlichen Toiletten an Board! Die Fußböden sind so glatt und sauber, dass man von den Waschbecken aus wie mit einem Spiegel unter die Kabinentüren schauen kann… man sieht genau, was die Personen auf dem WC so machen. Wenn dann das männliche Reinigungspersonal neben der Tür wartet und „verlegen“ auf den Boden schaut, bis es wieder was zu tun gibt, ist das schon ein komisches Gefühl!

Fazit: Wer Kreuzfahrten mag und auf das Messing-Ambiente steht, ist hier sicherlich gut aufgehoben! Das Schiff bietet neben dem Sport Bereich (Tennisplatz, Fitness-Studio, mehrere Pools, Jogging-Track, Bowling-Bahn) eine Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten wie 4D-Kino (na, chrjue??), Bibliothek, Casino, Shops, Internet-Café oder Discothek. Was das Essen betrifft kann ich nur sagen: Geht in die Restaurants und trinkt keinen Tee! Und Paule: Sorry, Du musst zu Hause bleiben!

Mein Urteil:
Essen
Service
Ambiente
Preis/Leistung
WC
Paules Meinung

3 Gedanken zu „MSC Magnifica

  1. matern, karin

    werde langsam fan von eurer seite, würde gerne im pool liegenund danach in diversen lokalitäten essen gehen wollen

    Antworten
  2. Reise-Galerie,Kempten(Allgäu)

    Ich habe mit großer Spannung den Erlebnisbericht auf der MSC Magnifica gelesen (schmunzeln inbegriffen).Hier noch ergänzende Angaben. Eine 8 tägige Kreuzfahrt ins östliche Mittelmeer kostet ab € 749,- in einer Innenkabine incl. der üppig beschriebenen Vollpension. Preis & Leistung sind also o.k.
    Not amused sind hingegen die Preise im Spa & Wellnesscenter.
    Bedenkt man jedoch, dass 2 hübsche, süße, kleine Balinesinnen eine Vier-Hände Lomi-Lomi Massage machen, so wird mancher Passagier gerne etwas mehr bezahlen wollen.
    Fazit: in keinem Reisebüro erhält man solche Detail-Info´s wie in diesem Erlebnisbericht.Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht.

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