Illuminati

Angels & Demons

von Ron Howard, mit Tom Hanks, Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Nikolaj Lie Kaas und Armin Müller Stahl

Illuminati

Illuminati

Bevor Robert Langdon kürzlich eine Schnitzeljagd durch Europa auf der Suche nach dem heiligen Gral machte, war auf einer Schnitzeljagd in Rom auf der Suche nach Antimaterie. Der Bösewicht, der sie klaute, ist diesmal keine fehlgeleiteter Opus Dei Mönch, sondern ein höchst professioneller Auftragskiller. Neben der Antimaterie hat er auch gleich noch ein paar Kardinäle entführt, die dummerweise heiße Anwärter auf den Papstthron sind. Seine Heiligkeit sind nämlich vor einiger Zeit verstorben, so dass gerade Wahlen anstehen. Da allem Anschein nach die Illuminaten hinter der Sache stehen, engagiert der päpstliche Sicherheitsdienst den Symbologen Robert Langdon, um den alten, quer durch Rom führenden Weg der Erleuchtung wiederzufinden, der zum einen nur durch ausgefuchste Symbole gefunden werden kann und an dessen Ende die höchst explosive Antimaterie samt der Kardinäle versteckt sind. Um das Ganze für ihn noch etwas spannender zu machen, wird stündlich eine Geisel exekutiert, bevor um Mitternacht die Antimaterie den Vatikan in die Luft zu sprengen droht…

Das der Vatikan dem neuesten Werk der Dan Brown Reihe die Drehgenehmigung verweigern würde, war wohl vorauszuahnen. Das sich Ron Howard davon nicht beirren lassen würde, vermutlich auch. Schließlich hat Der DaVinci Code so viel Geld in die Kasse gespült, dass da auch ein paar mehr Kulissen drin sind.
Wie der Vorgänger orientiert sich auch dieser Film recht eng an der (ohnehin wie ein Drehbuch geschriebene) Vorlage, und genau wie der Vorgänger werden so die erheblichen Schwächen des Buches sichtbar. Naturwissenschaften, vielschichtige Figuren und anspruchsvolle Handlung sind Dan Browns Ding eben nicht, und so rutscht der besser bewanderte Zuschauer ein ums andere Mal peinlich berührt im Kinosessel herum: Da wird Antimaterie als Gottpartikel bezeichnet bei CERN in großem Maßstab hergestellt und gleich in handlichen, entführungsfreundlichen Behältern gelagert, da atmen zwei Personen mal kurz den ganzen Sauerstoff aus eine etliche Kubikmeter großen Raum, den sie wegen Stromausfall nicht verlassen können (ganz nebenbei in Europa aus Arbeitssicherheitsgründen undenkbar), und da kann die Bombe mit einem Hubschrauber mal kurz weggeflogen werden – man merke: oben = sicher.
Aber gut, was all die hanebüchenen Wendungen im Buch erträglich macht, sind die spannenden und gut recherchierten architektonischen und historischen Orte der Schnitzeljagd. Durch den drehverbotbedingten Nachbau der Ort geht auch diesen Szenen also der Charme flöten, so dass schließlich auch die unterbeschäftigten Schauspieler der ersten Liga dem Film nicht viel Schwung einhauchen können. Alles in allem also kein Grund, noch viel Worte darüber zu verlieren. (4/10)

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