Unterwegs – Mit dem Auto!

Jetzt werden viele sagen: „Och, was ist denn das für ein Rucksackreisender, der mietet sich ja Autos, so ein Nobelpenner, wohl zu fein zum Busfahren„. Also gut, wenn es für viele Nachabifeier-prästudenten-kurzzeitaussteiger mit schmalem Geldbeutel, aber jeder Menge Freizeit, nicht ihrem ultimativen Individualreisefreiheitsgefühl entspricht, mal nicht im überfüllten Rumpelbus von hier nach dort zu zuckeln – OK! Ich kann dazu aber nur Tobe zitieren und sagen: „Leute das ist Kackmist“. Denn auch für euch kommt die Zeit, wenn der Geldbeutel etwas dicker, dafür die Urlaubzeit auf ungenügende 30 Tage im Jahr beschränkt ist, und man sich die  Frage stellt „Wie reise ich möglichst effizient?„. Doch alle, die jetzt Panik bekommen, dass die ganze Abiweltumrundungsnostalgieatmosphäre flöten geht, seien versichert, dass man auch mit dem Auto lustige und skurrile Dinge zu sehen bekommt. Und auf eines ganz bestimmt nicht verzichten muss ………….. das Rumpeln.

Unterwegs mit dem Auto

Unterwegs mit dem Auto

Alles klar!

Alles klar!

Schon alleine die geografische Ausdehnung und die inländischen Transportmöglichkeiten einiger Länder und Regionen machen das Anmieten eines Mietwagens dabei unabdingbar. Als Tipp kann ich jedem nur raten, einen Mietwagen immer am Flughafen und nicht im Innenstadtbüro aufzunehmen. Besonders empfehlenswert ist das in Ländern mit Linksverkehr wie Neuseeland. Auch wenn das Wasser hier nicht andersrum den Abfluss hinuntergurgelt, ist am anderen Ende der Welt im Autocockpit doch einiges nicht dort, wo man es erwartet, so dass es sinnig ist, sich damit zuerst auf einer Autobahn oder Landstraße als im Stadtverkehr anzufreunden. Ist man nach kurzer Eingewöhnung dann unerwartet schnell Eins mit seinem Leihgefährt geworden, kann sie beginnen, die große Freiheit des Reisens. So donnert man dann, seine Lieblings-CD im Player, über die fremden Straßen dem Sonnenuntergang entgegen und freut sich, dass man ständig und überall eine Photo machen oder eine Pinkelpause einlegen kann, wo es Not tut, und seine Blase nicht dem Busfahrplan anpassen muss. Klingt alles nach perfekter Reiseidylle, zumindest bis man sich dann das erste Mal verfahren hat. Oder die Suche nach einem Ort, der im Reiseführer als Geheimtipp am Arsch der Welt angepriesen wurde, einen dazu zwingt, sich mit den Verkehrsschildern zu befassen.

Was Kreuzt hier die Straße?

Was Kreuzt hier die Straße?

OK, OK, jeder jammert und kennt den Schilderwald auf deutschen Straßen. Da kommt es schnell mal vor, dass man in einer verkehrsberuhigten, zeitlich begrenzten Einbahnstraße auf Bodenwellen achten muss, während man krampfhaft zwischen Halteverbotsschildern und Parkuhren nach einem kleinen Flecken zum Parken sucht. Im Ausland hingegen sind manche Beschilderungen viel effizienter, weil gar nicht erst vorhanden, was allerdings eine nicht minder verwirrende Wirkung hat. Schön sind hingegen mache Schilder, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen, weil man erstmal nachdenken muss, was wohl gemeint sein könnte, oder haltet ihr den Wegweiser oben für einfach zu verstehen? Oder erkennt sofort alle Tiere, die auf dem Verkehrsschild aus Costa Rica gemeint sind? (nein, das Schild heißt wirklich nicht: „Achtung Evolution“)

Spaßbelag!

Spaßbelag!

Nun aber noch zurück zum versprochenen Rumpeln. Ja, Island ist schön! Nein, Islands Straßen sind alles andere als schön, sondern anstrengend. Ich glaube, dass die vielen Schotterpisten und Schlaglöcher ein gewollter Trick sind, um sich nicht bei überhöhter Geschwindigkeit von der überwältigenden Natur vom Fahren ablenken zu lassen. Vielleicht gibt es auch heimliche Verträge mit den Automobilherstellern, die im Land mit der gefühlt höchsten Schlaglochfrequenz überhaupt die Belastbarkeit ihrer neuesten Kleinwagenmodelle an überforderten Touristen testen wollen. Sind wir allerdings ehrlich, freut man sich, zumindest als Mann, insgeheim doch darüber hier mal ein wenig den Junior Walter Röhrl (Rallyefahrer) zu geben und übermütig über die schlaglochübersäten Schotterpisten zu brettern……………Ich will Spaß, Ich will Spaß, Ich geb Gas, ich geb Gas!

Mit dem Spaß ist es dann aber schnell vorbei, wenn man in eine der zahlreichen Schaafherden gerät oder eine Radpanne hat. Ein Klassiker ist, dass zum Entsetzen vieler Reisender, bei Autovermietungen gerne auch am Kreuzschlüssel im Kofferaum gespart wird. Und bis in Island ein anderes Auto vorbeikommt, kann es mancherorts ein ganz schönes Weilchen dauern – da bleibt viel dann Zeit zum Suchen nach Elfen und Trollen………

Schotterpiste auf Island

Schotterpiste auf Island

Hat man dann zum Ende der Reise erfolgreich den schlaglochgespikten Schafslalomkurs unter andauerndem Steinschlagbeschuß gemeistert und es ist an der Zeit für die Rückgabe des staubigen und arg gebeutelten Gefährts, bitte immer daran denken, das Auto bloß nicht noch vorher zu waschen, denn dann sieht man jede neue Schramme, was dann schnell sehr teuer werden kann.

In diesem Sinne, immer schön vorsichtig fahren, damit unterwegs der Spaß nicht auf der Strecke bleibt.

Unterwegs mit dem Auto

Unterwegs mit dem Auto

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