Borat

Borat!: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Country of Kazakhstan
von Larry Charles, mit Sacha Baron Cohen

Borat Sagdiyev ist TV Reporter aus Kasachstan, der von seiner Regierung in die USA geschickt wird, um eine Dokumentation über die dortige Kultur als Anregung für die Modernisierung des eigenen Landes zu drehen. Als „typischer“ Kasache ist Borat frauenfeindlich, antisemitisch, schwulenfeindlich, hat was gegen Zigeuner und hasst Usbekistan. All dies macht ihm eine ausgewogene Kontaktaufnahme sehr schwierig. Er erlebt zahlreiche Rauswürfe, wenn er beispielsweise auf einem Rodeo die Nationalhymne falsch und umgetextet singt oder zum Südstaatendinner eine schwarze Prostituierte mitnimmt. Seine Bemühungen verlagern sich, als er Pamela Anderson im Fernsehen sieht: Er beschließt, sie zu finden und zu heiraten – wozu nach den Bräuchen seines Volkes ihre Zustimmung nicht notwendig ist…

Borats Reise durch die USA, immer im Clinch mit seinem Produzenten und seiner Regierung, in einem schrottreifen Eiswagen, auf der Jagd nach seiner großen Liebe Pamela ist ein klassischer Road Trip, und witzig umgesetzt. Kern des Films sind sind jedoch die (größtenteils?) ungestellten Interviews. Als Zuschauer rätselt man, wie ein Mensch sich freiwillig in solche Situationen begeben kann: Er beleidigt, stößt vor den Kopf, er bricht jedes erdenkliche Tabu, und bringt seine Interviewpartner damit so gründlich aus der Fassung, dass diese Seiten von sich offenbaren, die sie sonst nie preisgegeben hätten. Dies macht auch gerade den Film aus, herrlich respektlos, an allen Konventionen des guten Geschmacks vorbei sind es am Ende doch die Waffennarren, die rassistischen Cowboys, die psychotischen New Yorker und die wiedererweckten Christen die, die den schlechten Eindruck hinterlassen. Borat bietet ihnen nur die Projektionsfläche für ihre eigenen Vorurteile. Halb Dokumentation, halb Komödie, halb Tragödie, ist dieser Film sicher ein Meilenstein des Kinos – aber auch oft inszeniert . (8)

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