Das finstere Tal

Das finstere Tal

von Andreas Prochaska, mit Sam Riley und Tobias Moretti

Das Finstere Tal - DVD bestellen bei amazon.deEin finsteres Tal, irgendwo in den österreichischen Alpen Anfang des 19. Jahrhunderts. Patriarch Brenner und seine Söhne herrschen mit strenger Hand über die wenigen Einwohner. Kurz vor Einbruch des Winters findet ein berittener Fremder aus den fernen USA seinen Weg dorthin, gibt sich als Fotograf aus und bittet die alles andere als erfreuten Dorfbewohner um Unterkunft für den Winter. Gegen fürstliche Bezahlung gewähren sie dem schweigsamen Fotografen seinen Wunsch, und bringen ihm bei der kurz vor der Vermählung stehenden Luzi und ihrer Mutter unter. Schnell merkt er, dass hier nicht alles rechten Dingen zugeht, und dass die Bernner-Familie mit unerbittlicher Härte im Tal herrscht. Nur scheint er darüber nicht überrascht zu sein. Das sind eher die Talbewohner, als es unter den Brenner-Söhnen den ersten Todesfall gibt. Nach und nach spitzt sich die Lage zu, bis das finstere Tal endlich alle seine Geheimnisse preis gibt…


Zugegeben, als ich von diesem Kino-Geheimtipp hörte, habe ich gelacht: Ein Western in einem österreichischen Bergdorf, dass kann ja nicht gutgehen. Doch das tut es, und zwar richtig. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann, welcherzahlreiche Preise gewann und unter die besten Krimies des Jahres 2010 gewählt wurde.
Andreas Prochaska setzt das Buch atmosphärisch dicht und glänzend ausgestattet in Szene, irgendwo zwischen „Das weiße Band“ und Tarantino. Wenn hier Tobias Moretti im Charles Bronson Outfit durch Schnee reitet, sein Gewehr fest in der Hand, könnte der Kontrast zu den schwer österreichelnden Dorfbewohnern im verschneiten Alpendorf kaum größer sein. Doch erstaunlicherweise funktioniert das Ganze nach kuzem Staunen ganz hervorragend! Die Figuren sind glaubwürdig, geheimnisvoll und interessant, die dunklen Geheimnisse des Tales verbergen sich in den vielen Schatten und Andeutungen, eher als Ahnung denn als greifbar. In geradezu schmerzlich gemächlichem Tempo und mit betörenden Bildern spinnt Prochaska seine Geschichte unerbittlich weiter zum furiosen, bitteren Finale, dass uns aus dem Kinosaal entlässt wie das Tal seinen Helden – erleichtert, aber nicht erlöst. Geniales, feines Kino für Freunde des europäischen Kinos und solche, die es werden wollen (8/10).

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