Blue Valentine

Blue Valentine

von Derek Cianfrance, mit Ryan Gosling und Michelle Williams

In aller Ausführlichkeit zeigt uns „Blue Valentine“, wie die Ehe von Dean und Cindy in die Brüche geht, während parallel in Rückblenden gezeigt wird, wie sie zustande kam. Sagen wir mal so: Viel Chancen hatten sie nicht. Beide sind etwas prollig und haben ihre Wurzeln in der Arbeiterklasse. Sie hat anfangs noch Ambitionen, mehr aus ihrem Leben zu machen, scheitert aber an den Zwängen des Lebens. Er hat schon von Anfang an keine Ambitionen, aber ein großes Herz und Potential zu mehr, was er aber nicht nutzen will. So wird aus der anfänglichen Romanze schließlich, mit Umweg über eine Schwangerschaft, eine eingefahrene Ehe, in der beide nur noch aneinander vorbeireden.


OK, der Film ist preisgekrönt ohne Ende und das Drehbuch mit Sicherheit ein schauspielerischer Leckerbissen für die beiden Hauptdarsteller. Doch was die beiden ein sichtlicher Genuss ist, stürzt einen als unbedarften Zuschauer schnell in üble Depressionen. Mal ehrlich: Wer will sich so ein Ehedrama antun? Ich meine, ich gehe immer noch ins Kino, um unterhalten zu werden. Das muss jetzt nicht gleich kitschig, süßlich sein, Dramen sind immer gerne gesehen. Doch das hier ist ein deprimierend gut beobachtetes, hoffnungsloses Stückchen Ehealltag, das viele bestimmt schon zu Hause genug haben. Insofern ist es vielleicht künstlerisch wertvoll, aber für Leute, die Kino als Realitätsflucht nutzen wollen, gänzlich ungeeignet. Und, soviel lässt sich nach zwei qualvollen Stunden in unbequemen Sitzen sagen, überhaupt nicht unterhaltsam und einer der Filme, die man so schnell wie möglich wieder vergessen möchte. Brauche jetzt erstmal ’ne Runde Pretty Woman… (5/10)

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