The Town – Stadt ohne Gnade

The Town

von Ben Affleck, mit Ben Affleck. Ferner mit Jeremy Renner, Chris Cooper, Pete Postlethwaite und Jessica Hall.

The Town - Stadt ohne Gnade

Doug, sein Kumpel Jam und ein paar andere Gesellen sind Spezialisten. Ihre Arbeitsgebiet: Bankraub und Geldtransporterüberfall. Doug hat sein Handwerk quasi vom Vater übernommen, der jetzt aber aus dem Knast auf seine glorreiche Zeit zurückblickt. Doch so gut er auch ist, hat Doug doch allmählich die Schnauze voll. Er möchte aussteigen und sesshaft werden, ein ordentliches Leben führen. Da kommt ihm eine Affäre mit der hübschen Claire ganz gelegen, in die er sich ernsthaft verliebt. Nur dass Claire nichts davon ahnt, dass sie eben auch Ex-Opfer und Ex-Geisel von einem von Dougs Überfällen ist. Aber ihr das schonend beizubringen ist noch sein geringstes Problem. Denn zum einen ist das FBI ist ihm allmählich immer dichter auf den Fersen, zum anderen fallen seine Ausstiegspläne bei seinen Auftraggebern auf wenig Verständnis, um es mal vorsichtig zu formulieren. Was nicht nur Dougs Leben gefährdet, sondern auch das von Claire. So lässt sich Doug schließlich doch noch zu einem letzten, aber sehr lukrativen Job überreden – und einem sehr riskanten, wie sich rausstellt…

Wer diesen Film in Original sehen will, hat sich was vorgenommen – Finsterster Bostoner Gangster Slang macht jeden Satz zu einem Mysterium. Aber auch wer sich dann, so wie ich, die Handlung aus dem Kontext erschließen muss, muss am Schluss zugegeben, dass The Town ein verdammt guter Gangsterfilm in bester Scorsese-Manier ist. Und vor allem ein verdammt altmodischer. Im Gegensatz zu aktuellen Gangster/Action-Filmen hat dieser eine echte und spannende Handlung, viele Dialoge, erfreulich wenig Effektschnickschnack, schöne handgemachte Actionsequenzen und tolle Schauspieler. Ob nun der Oscar-nominierte Jeremy Renner, die bezaubernd verletztliche Rebecca Hall, der immer wieder geniale Chris Cooper oder der gärtnernde Obergangster Pete Postlethwaite, in diesem Film geben sich hochkarätige Darsteller die Klinke in die Hand.
Umso überraschter ist man dabei nicht nur über einen zwar typisch besetzten, aber erstaunlich in die Tiefe spielenden Ben Affleck. Seine Leistung steht dem seiner Kollegen in nichts nach – das hätte ich ihm nicht zugetraut. Der Hammer aber ist, dass er auch noch Regie geführt hat. Das hat mich endgültig vom Stuhl gehauen. Denn wie erwähnt, der Film hat Scorsese Niveau und ist wohl einer der besten Gangsterfilme, die die letzten Jahre hervorgebracht haben – wer hätte das ausgerechnet von Ben Affleck erwartet. Ich auf jeden Fall nicht. Der Junge scheint tatsächlich ein verdammt gutes Gespür für Timing, Action, zwischenmenschliche Töne und Arbeit mit Schauspielern zu haben, anders ist dieser Film nicht zu erklären. Ich bin beeindruckt.

Daher meine Empfehlung: Kauft Euch Karten für die Synchronfassung, genießt die Show und wundert Euch über einen dieser Überraschungstreffer, die man im Kino nur viel zu selten sieht. (9/10)

Ben Affleck, ich fass es nicht…

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