Elysium

Elysium

von Neill Blomkamp, mit Matt Damon und Jodie Foster

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Erde, 2154. Praktisch alle Menschen leben auf der zu einem einzigen Slum verkommenen, verdreckten und überbevölkerten Erde, regiert und unterdrückt von einer privilegierten Elite, die sich der einer luxuriösen Raumstation Elysium einem sorgen- und krankheitsfreien Leben hingibt. Nun ja, sorgenfrei bis eben auf die Befürchtung, von der Meute da unten auf der blauen Kugel überrannt zu werden.

Auf dem besten Wege genau das zu tun ist der Fabrikarbeiter Max. Nach einem Arbeitsunfall verstrahlt und mit einer handvoll Pillen für die letzten fünf Lebenstage nach Hause geschickt, ist seine letzte Hoffnung die medizinisch Versorgung von Elysium. Und um dahin zu kommen, tut er das, was wir alle in dieser Situation auch tun würden: Er lässt sich eine Exoskelett anschrauben und macht Schluss mit lustig.


Die Grundidee einer Elite, die auf Kosten der übrigen Menschheit im Luxus lebt und den mit allen Mitteln verteidigt, hat nicht nur einen enormen Zeitbezug, sondern wirft auch ein ganzes Bündel, nun ja, soziologischer Fragen auf. Warum lassen die Elysier den Rest der Menschheit nicht an ihrer Medizintechnik teilhaben? Gibt es auch Elysier mit Skrupeln, die ihre Rolle hinterfragen? Wenn sie ewig leben, warum haben sie dann Kinder?

Doch an all diesen und weiteren Fragen hat Regisseur und Drehbuchautor Blomkamp offenbar kein Interesse. Statt die Grundidee weiterzuspinnen, sie zu erklären oder zu hinterfragen, fackelt er lieber eine klischeebeladene Standardgeschichte ab, die er mit reichlich Action aufzupeppen versucht: Der Held, ein Ex-Krimineller (Klischee #1) mit einer Freundin aus Jugendtagen (Klischee #2), die Krankenschwester ist (#3) und eine niedliche Tochter (#4) mit Leukämie (#5) hat, wird bekämpft von psychopathischen (#6) Söldnern (#7), die von einer machtgeilen (#8) und skrupellosen (#9) Regierungstussi befehligt werden, die den Präsidenten stürzen möchte (#10). Nach zahlreichen, harten Kämpfen schafft der Held es in die Höhle des Löwen (#11), wo er sich für den Rest der Menschheit aufopfert (#12) und alle rettet (#13). Da auch die Figuren eindimensional angelegt sind, sondern auch so bleiben, sucht man Spannung vergebens. Stattdessen wird viel Wert auf endlose, spacige Kämpfe mit coolen Waffen, coolen Uniformen, coolen Raumschiffen und coolen Sprüchen Wert gelegt. Wer darauf Wert legt, findet das auch in 50% aller anderen aktuellen Filme.
Insofern kann ich nur feststellen, dass der Regisseur eine sehr interessante Grundidee genommen hat, und in keiner Weise über das hinausentwickelt hat, was im Trailer zu sehen ist. Er nutzt es als Aufhänger für ein erschreckend mittelmäßiges 08/15 Actionfeuerwerk mit Abziehbild-Figuren, so als hätte er Angst vor den Konsequenzen, die eine Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten des hochaktuellen Themas mit sich gebracht hätte. Das ist mehr als Schade. (5/10)

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