Der große Gatsby

The Great Gatsby

von Baz Luhrman, mit Leonardo DiCaprio, Tobey Maguire, Carey Mulligan und Joel Edgerton

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Wer ist Gatsby? So fragt sich Nick Carraway, der in den 20er Jahren auf Long Island ein kleines Häuschen, gleich nebenan einer pompösen Villa angemietet hat. Und die gehört eben jenem Gatsby, der regelmäßig Partys vom Feinsten für die beste Gesellschaft schmeißt, aber von dem irgendwie niemand weiß, wer er ist, woher er kommt und wie er aussieht. Doch natürlich wird das Geheimnis gelüftet, und Nick lernt den mysteriösen Nachbarn kennen, der unglaublich reich, unglaublich intelligent und wie sich herausstellt auch unglaublich einsam ist. Und, wie Nick bemerkt, seine Blick in jenen einsamen Momenten weit hinaus übers Wasser gleiten lässt, zu jenem Haus auf der anderen Seite der Bucht, in dem Nicks Cousine mit ihrem Mann lebt…


Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald gilt als eines der bedeutendsten Werke der (US-)amerikanischen Literatur, und hat schon so einige Verfilmungen hinter sich.

Diesmal nimmt sich der Meister des optischen Overkills, Baz Luhrman (Romeo und Julia, Moulin Rouge!) dieses Klassikers an und liefert uns, was wohl, einen optischen Overkill, diesmal sogar in 3D.

Dazu ist zu sagen, dass Luhrmans visueller Stil hervorragend zum im Buch beschreibenen Pomp der zwnaziger Jahre passt, und dank eines nicht totzukriegenden Literaturklassikers der Handlungsunterbau in der Lage ist, dem Effektegewitter zu trotzen und so ein runden Film abzugeben. Selbiges gilt auch für die Hauptdarsteller. Neben Tobey Maguire, der in die Rolle des leicht entrückten, weltfremden Literaten passt wie Romeo zu Julia, geht Leonardo DiCaprio in der Rolle des Gatsby auf wie eine Brausetablette beim Katerfrühstück. Er spielt den Gatsby mit einer geradezu beängstigenden Intensität, die den Zuschauer vom ersten bis zum letzten Moment einnimmt, und damit mal wieder seine dank Titanic oft unterschätzten schauspielerischen Qualitäten beweist.

Dass Luhrman mit seiner 3D-gestützten Effekthascherei oft über sein Ziel hinausschießt, dass bei der x-ten Kamerafahrt über die Bucht gewisse Gewöhnungseffekte auftreten, dass die überzeichnete Kunstwelt des Films ihren Bonboncharakter zum Ende etwas zu aufdringlich wird, dass zeigt zum einen die erwähnten Qualitäten der Romanvorlage und der Darsteller, aber auch, dass Luhrman hiermit nicht an die Qualität des von mir hochverehrten Moulin Rouge! anknüpfen konnte. Macht nix, der Film ist dennoch immer noch um Klassen besser, als man es vom zeitgenössischen Effektkino gewöhnt ist – Jammern auf hohem Niveau eben. (8/10)

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[Update:] Bin herade auf die Special-FX-Reel gestoßen – schon beeindruckend!

The Great Gatsby VFX from Chris Godfrey on Vimeo.

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