Unterwegs – Festival Spezial (Teil 1 RaR 2009)!

So um Rudi Carells Dauerfrage: „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“  endgültig und abschließend zu beantworten: Immer dann wenn die großen Rockfestivals zehntausende von Bekloppten dazu verführen, ihr spießbürgerliches Normaloleben für ein langes Wochenede hinter sich zu lassen, nur um sich kollektiv, bei lauter Rockmusikbeschallung und unter Verstopfung leidend (wer geht schon gern auf Dixiklos die nicht mal annähernd dem allgemeinen Hygienestandard von Tuvalu entsprechen), im Dreck zu suhlen. Wie sieht sie also aus, die moderne Kurzzeitanarchie im 21 Jahrhundert auf den zu Campingplätzen umfunktionierten Stoppelfeldern und Rennstrecken der Nation? Ein Lagebericht in zwei Teilen: Unterwegs bei „Rock am Ring und beim „Hurricane Festival“…….“Let´s get ready to Rock!“

Lecker Füsse

Lecker Füße

Rock am Ring 05-07.06.2009

Nachdem in unzähligen Mails und akribischer Kleinstarbeit die perfekte Einkaufs- und Packliste erarbeitet, und ein nahezu tollkühner Plan ausgetüftelt wurde wie man todsicher, mit einer gezielt eingesetzten Vorhut, einen der begehrten, geländenahen Zeltplätze auf der Nordschleife ergattern kann, geht es im alten, rüttelndem und bis unter das Dach vollgestopften Bulli gen Süden. Auch wenn man es nicht ausspricht so dienen die Mails doch mehr der Vorfreudekompensation, als das die mühsam erarbeitete Planung wirklich hilft. Den natürlich ist man später am Ring als erhofft und natürlich verfährt man sich wieder bei der Zufahrt zur Nordschleife und natürlich sind die Zeltplätze schon geöffnet und die geländenahen Plätze schon vergeben wenn man ankommt, aber gut das man mal darüber gesprochen hat.

Manche haben viel dabei

Manche haben viel dabei

Lager am Ring 2009

Lager am Ring 2009

Da denkt man Sommerzeit gleich Festivalzeit und hat schon  vor dem losfahren das Bild von netten Abenden in kurzer Hose und T-Shirt am Grill vor den sonnenbrillenbedeckten Augen und dann kommt der Wetterbericht und sagt was von Dauerregen und Nachttemperaturen von 2°C, da heißt es dann viel einpacken damit man gerüstet ist.

Mit einigen der sehr dekadenten Zeltlagern die ganze Sofagarnituren, Generatoren, Kühlschränke, professionelle Kickertische oder ein Spanferkel über dem Grill parat haben, können wir uns noch nicht ganzt messen, aber für eine Anreise von 500 Km kann sich unser kleines Lager doch wirklich sehen lassen. Immerhin haben wir in diesem Jahr sogar mit Honig bestrichene Ananas über dem Grill flambiert, ja, ja ich gebe zu da zahlt sich die Einkaufslistendiskussion dann doch wieder aus.
Einen deutlich anderen Schwerpunkt, als den ein gemütliches Festival in einem gut organisierten Lager zu verbringen, hatten  unsere Nachbarn. Hier wurde schon kurz nach der Ankuft einen Trichter für die Druckbetankung mit billigem, Exportbier aus Holland an einem Lattengerüst aufgehängt und diese dann auch konsequent bis Sonntagabend durchgeführt. 

Chaos am Ring (Blick zu den Nachbarn)

Chaos am Ring (Blick zu den Nachbarn)

Nordschleife RaR 2009

Nordschleife RaR 2009

Es ist  schon interessant mit anzusehen was in einem Menschen so alles in kurzer Zeit hineinfließen kann. Spannend auch was der in rauen Mengen zugeführte Alkohol mit denn doch recht unscheinbar wirkenden Jungstudenten so anzurichten vermochte…………..junge, junge. Damit aber nicht genug läuft man auf dem Weg zum Dixiklo doch schwer Gefahr, von diesen angetrunkenen, jungen Menschen, die sich dann noch übermütig, auf allem was Rollen hat (Skateborad, Roller, Bobbycar, Kettcar, Bürostühle), die Nordschleife hinunterstürzen, über den Haufen gefahren zu werden. Da trifft das gute alte Sprichwort doch wieder zu das Betrunkene einen extra großen Schutzengel haben müssen, den anders ist es nicht zu erklären, dass man nur ganz selten schlimme Stürze zu sehen bekommt.

Bobbycarrennen am Ring

Bobbycarrennen am Ring

Vielleicht liegt es aber auch an der ausgeklügelten Schutzausrüstung aus großen und kleinen Bierdosen, die mancher Fahrer als Protektoren anglegt hat……..man weiß es nicht, sieht bescheuert aus, ist aber lustig. Auf  jeden Fall wird dem Zuschauer, welcher gemütlich am Streckenrand ein Bierchen trinkt und die erste Bratwurst des Wochenendes  ißt doch einiges an kostenfreiem Programm geboten.

So, hat man fasziniert, aber mit einem kopfschütteln die Zeltlager der anderen Gruppen auf einem ersten Rundgang erkundet und belustigt das ständig vorbeiziehende Unterhaltungsprogramm aus extrovertierten, sehr mitteilungsfreudigen, alkoholisierten Menschen über sich ergehen lassen, wird es dann auch mal Zeit sich auf das eigentliche Festivalgelände zu begeben.

Lustig, lustig

Lustig, lustig

Auch hier gilt der Slogan „Öfter mal was Neues“, den jedes Jahr gibt es ein paar neue Regeln. Vom komplizierten Video das die neue Zugangsregelung zur Centerstage erläutert habe ich noch heute brummende Kopfschmerzen. Lustig auch das deutschlandtypische Verbotsschild für Crowd Surfing? Noch skuriler geht es da nur in Punkto Lebensmittelmitnahme. Seit 2009 dürfen auf das Gelände, „Achtung“, nur noch originalverpackte Gegenstände mitgebracht werden.

OK, was sich für die maskierten Schergen einer Brüllband wie Slipknot (ich denke die kann man als Originalverpackt durchgehen lassen) nach einer sinnvollen Regelung anhört, bedeutet für mein liebevoll zubereitetes, kleines Sandwich und die bereits vor dem Einlass um einen mickerigen Keks erleichterte Prinzenrolle, den traurigen Weg in die Mülltonne. Was soll der Sinn dieser Verschwendung im Quadrat sein? Hier kann es nur um rein kommerzielle Gründe gehen, den wen bitteschön soll ich mit einem Keks oder einem Steaksandwich schon todwerfen???………gut bei näherer Betrachtung könnte es schon wieder lustig sein Reamon mit Sandwiches zu bewerfen, vielleicht sehen die dann endlich ein das die schei..  Musik machen.

Selig RaR 2009

Selig RaR 2009

Damit sind wir auch schon beim Thema den, oh Wunder, Musik wurde natürlich auch gespielt. Das doch recht magere Headlinerprogramm versprach in diesem Jahr statt Rock am Ring, für Freitag eher Pop am Ring mit „The Killers“ , für Samstag brüllen am Ring mit „Slipknot“ und am Sonntag, Rap´n Roll mit „Limp Bizkit“. So ist es dann auch nicht überraschend, dass eher die Band aus der zweiten Reihe in diesem Jahr zu begeisterten wussten. Allen voran sind natürlich die gradiosen Konzerte von „Bloc Party“ (Wann hört man schon mal „Banquet“ und „Two more years“ hintereinender LIVE) und „Kettcar“  (auch wenn bei „Ausgetrunken“ die erste Strophe vergessen, und dafür die zweite Strophe zweimal gesungen wurde) zu erwähnen.

Aus zuverlässiger Quelle habe ich gehört, dass „Flogging Molly“ für super Stimmung vor der Centerstage gesorgt haben sollen. Enttäuschend hingenen waren die Auftritte von „Mando Diao“ (wo ist bloss das Feuer der ersten 3 Alben hin?), die es jedes mal verstanden durch ewig lange Intros oder Ansagen jegliche Stimmung zu töten, sowie von den „Guano Apes“, wo man sich die ganze Zeit gefragt hat was die „Nasic“ wohl genommen hat.

Sehr sehenswert und wirklich stimmungvoll waren die Shows von „Selig“, „Jan Delay“ (coole Geschichte mit den Stop and Go Einlagen beim „MC Hammer“ Cover von „I Cant touch this“) , „Placebo“ und der Festibvalabschluss mit dem Kracher „Alles Neu“ von „Peter Fox“.  Hätten wir nicht am Ende noch eine Stunde, frierend auf den sch… Shuttelbus zur Nordschleife warten müssen könnte man total zufrieden sein, aber auch so bleiben viele Konzerte in guter Erinnerung.

The Killers RaR 2009

The Killers RaR 2009

Tja, der Sommer, ein Höhepunkt jagt den nächsten, so sind es nur noch ein paar Tage bis zum nächsten Event, dem Huricane Festival in Scheeßel. Mal sehen ob auch in diesem Jahr das berüchtigte Huricanewetter seinem Namen alle Ehre macht und uns die Pavillione wieder um die Ohren fliegen und die guten alten Stoppelfelder wieder zu kleinen Seen mutieren. Eins steht fest ihr werdet es LIVE und in Farbe als Erste erfahren im zweiten Teil des „Unterwegs – Festival Spezial“……..

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