Unterwegs – Namibia Teil 4: Etosha Nationalpark

Der Etosha Nationalpark ist eines der beliebtesten Naturreservate des südlichen Afrika und der Besuch des Parks ein Highlight jeder Namibiareise. Der Park ist bekannt für seine exzellenten Tierbeobachtungsmöglickeiten und seinen großen Wildbestand. Bis auf Büffel und Nilpferd kann man hier sozusagen, von Angesicht zu Angesicht, nahezu allen Großtieraten begegnen. Ein idealer Platz also um sich einen Traum zu erfüllen, mindestens eine Raubkatze in freier Wildbahn zu erleben.

Gestatten mein Name ist Springbok - Etosha

Zebra

Das Wort Etosha stammt aus dem Oshivambo und bedeutet soviel wie „großer weißer Platz“. Bereits im Jahr 1907 gegründet erhielt der Park in den 1970ern seine heutigen Grenzen und umfasst ein Gebiet von ca. 22000 km2. Im Zentrum des Parks liegt eine ca. 5000 km2 große Salzpfanne die sich in der Trockenzeit in  strahlendem weiß bis zum Horizont zu erstrecken scheint. Ungefähr ein Drittel des Parks ist erschlossen und kann von registrierten Touristen mit dem eigenen PKW durchfahren werden (Eintritt ca. 8 Euro pro Tag). Die angelegten Schotterpisten führen einen über viele hundert Kilometer durch den Park vorbei an den verschiedensten Wasserstellen an denen sich die Tiere besonders zur Trockenzeit  in Scharen tummeln.

Jeder Gast muss zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang den Park verlassen oder sich in einem drei, gut gepflegte staatliche geführten Camps einfinden. Die Camps bieten Hotels, Bungalows einen Campingplatz sowie ein Restaurant und einen Kiosk. Highlight eines jedes Camps sind allerdings die beleuchteten Wasserstellen, die auch während der Nacht außergewöhnlich gute Tierbeobachtungen zulassen.

Breitmaulnashörner am Okaukuejo Wasserloch

Die einzelnen Camps liegen nur ca. 60 bis 70 Kilometer voneinander entfernt man kann an einem Tag aber locker über 200 Kilometer auf den Pads im Park zurücklegen um alle Wasserstellen und Wege zwischen zwei Lagern zu erkunden. So ist es absolut empfehlenswert die Nächte (und es sollten mindestens 3 sein) in den im Park gelegenen Camps zu verbringen (auch wenn die Bungalows und Zimmer oft ausgebucht sind, Zeltplätze sind meistens frei) um zuviel Fahrerei  zu vermeiden und so mehr Zeit für die Tierbeobachtung zu haben.

Absolut faszinierend ist die Fülle an Tieren die man hier beobachtet kann, sowie die kurze Distanz auf derer man den Tieren begegnet. Es scheint fast so als wären sie vom Menschen völlig unbeeindruckt wenn sie einen, häufig nur aus einigen Metern Entfernung, interessiert aber nicht aufgeregt anblicken.

Kudus und Impalas auf dem Weg zum Wasser

Für mich war häufig schon die Anfahrt zu einem der Wasserlöcher ein unvergessliches Erlebnis wenn man ganzen Wildherden begegnet, die vom Durst getrieben der Wasserstelle entgegen streben. Trotz ihres Durstes nähern sich Kudus, Impalas, Springböke oder Zebras völlig ohne Hast und stets wachsam dem kühlen Naß, den sie wissen das sich hier auch gerne hungrige Jäger tummeln. Impalas zum Beispiel stoßen einen Warnruf aus wenn sie die nahe Gefahr durch die Jäger witttern oder sie gar entdeckt haben. So war es dann tatsächlich auch nur eine Frage der Zeit bis wir die ersten Löwen zu Gesicht bekamen und es sollte nicht nur bei einem bleiben. In drei Tagen im Etosha haben wir 40!! Löwen gesehen und hatten sogar Glück das ein Löwenweibchen direkt vor unserem Auto die Straße überquert hat, für mich einer der Momente dieser Reise (nach diesem Anblick war man auf jeden Fall dankbar dafür das die öffentlichen Plumsklos im Park ordentlich eingezäunt waren).

Die Beute stehts im Blick

Löwenweibchen direkt vor unserem Auto

Touris sind mir Wurscht

Der Etosha besteht neben der riesigen Salzpfanne zu großen Teilen aus aus verschiedensten Arkatienarten die eine Kurzstrauch und Dornbuschsavanne bilden . Man fragt sich immer wieder wie es sein kann, dass sich die Tiere gleich zu tausenden in einer solch trockenen und lebensfeindlich wirkenden Umgebung sammeln? Der Hauptgrund sind wohl die vielen natürlichen und künstlichen Wasserquellen (Alles in allem 73) die es im Park gibt.

Insgesamt waren die drei Tage im Etosha voller unvergesslicher, tierischer Momente. So überquerte direkt vor unserem Auto ein riesiger Elefantenbulle, völlig unbeeindruckt von den parkenden Autos den Parkplatz vor einem der Wasserlöcher. An einer anderen Wasserstelle possierten die Giraffen zuerst trinkend, bevor sie dann direkt neben dem Auto an einem Baum grasten. Schön war es auch die Tiere vor der Kullisse der untergehenden Sonne beim trinken zu beobachten. Einzig der Anblick eines Leoparden blieb uns leider verwährt, aber es muss ja noch etwas geben für das man wiederkommen sollte.

Bei ein wenig interesse lernt man im Etosha sehr viel über die Tiere, so weiss ich jetzt zum Beispiel das man das Alter von Giraffen daran erkennt wie dunkel ihre Zeichung ist, das man das Geschlecht von Elefanten von deren Kopfform ableiten kann, warum Zebras schwarz/weiss sind oder das ein Löwe im Schnitt nur bei jedem 6 Jagdversuch erfolgreich ist.

Giraffen am Okaukuejo Wasserloch

Wer mit Afrika Tierbeobachtungen und Savanne verbindet für den ist der Besuch im Etosha Nationalpark ein absolutes muss. Für mich haben die drei Tage meine Erwartungen bei weitem übertroffen, den mit so viele Tiere hätte ich nicht gerechnet und das wir auch noch ein Nashorn am Tag sehen durften hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt.

Nashorn

So gesellt sich der Etosha neben den Galapagos Inseln und verschiedenen Nationalparks in Costa Rica, als ein weiteres Highlight, auf meine Liste der besten Plätze für Tierbeobachtungen in freier Wildbahn………einfach top, umbedingt mal selbst hinfahren!

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