Der Biber

The Beaver

von Jodie Foster, mit Mel Gibson, Anton Yelchin und Jodie Foster

Mein Gott, Walter. So schießt es einem durch den Kopf. Walter ist Kopf einer ehemals erfolgreichen Spielzeugfirma sowie einer ehemals glücklichen Familie. Vor allem aber ist Walter schwer depressiv. Jedwede Therapie war erfolglos, jeder Psychiater hat sich an ihm die Zähne ausgebissen. Walter döst sich nun, schweren Gedanken nachhängend durch sein Leben, während seine Frau Meredith versucht, zu ihm zu halten und sein ältester Sohn versucht, nicht so zu sein wie sein Vater. Kurz bevor Walter seinem Leben eine Ende setzt, kommt endlich der Biber ins Spiel. Der Biber ist eine Handpuppe, die Walter gerade im Müll gefunden hat und die nun untrennbar mit seiner linken Hand verbunden ist. Der Biber fängt nun endlich an, Walters Leben wieder aufzuräumen. Er übernimmt den Chefposten in der Spielzeugfirma, versöhnt sich mit Walters Frau und seinem jüngeren Sohn. Endlich hat Walter wieder sein Leben zurück. Doch da wären immer noch zwei Probleme: Sein älterer Sohn, der den Vater immer noch abgrundtief hasst, und eben der Biber, der immer mehr Kontrolle über Walter bekommt. Wie da rauskommen, ist nun die Frage…


Das nenne ich mal wieder sperriges Kino: Ein Film über Depressionen und mit dem Hollywood-Rüpel Mel Gibson in der Hauptrolle – nach seinen antisemitischen Ausbrüchen gibt es nicht mehr viele, die noch mit ihm zusammenarbeiten würden. Jodie Foster ist eine davon, und man muss sagen, sie hat Recht. Man kann zu Gibson stehen, wie man will, aber als ehemaliger Superstar und mittlerweile Ausgestoßener weiß er wohl, was Depressionen sind. Und er weiß, wie man sie spielt. Keine Frage, Gibson nutzt die Chance, die Foster ihm bietet, und beweist in der Rolle als Walter, was für ein brillanter Darsteller er ist. Er spielt geradzu um sein Leben. Foster hält sich mit ihrer Rolle vornehm zurück und überlässt Gibson die Ehre. Der dritte herausragende Darsteller ist Antony Yelchin, der zuletzt als radebrechender Chekov in Star Trek die Leinwand bereicherte. Hier darf er sich nun etwas mehr im Charakterfach austoben und macht sich gut dabei. Den Namen sollte man sich merken.

Ansonsten solide, etwas sperrige, aber anspruchsvolle Kinokost, die sich gerade wegen der tollen Darsteller lohnt. Wenn man dann noch bereit ist, Mel Gibson eine Chance zu geben, sollte man sich diesen Film antun. (8/10)

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