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Monatsarchiv für März 2009

Slumdog Millionaire (9 / 10)

Slumdog Millionaire

von Danny Boyle, mit Dev Patel, Anil Kapoor, Madhur Mittal, Mahesh Manjrekar und Freida Pinto

Slumdog Millionaire

Slumdog Millionaire

Jamal ist Kummer gewöhnt. Aufgewachsen in den Slums von Mumbai, erst als Halb-, später als Vollwaise, hat er sich nicht nur metaphorisch immer wieder aus der Scheiße gekämpft – ‘Never Ever Give Up!’ könnte sein Lebensmotto sein. Während sein Bruder Salim dem Ruf des schnellen Geldes gefolgt und in der Unterwelt zu einer respekablen Größe herangewachsen ist, strebt Jamal nach höherem: Er will seine große Jugendliebe Latika aufspüren, um sie für immer aus den Klauen der Mächte zu befreien, die sie ihm immer wieder entrissen haben. Das ihn das ausgerechnet in die Endrunde der indischen Version von Who wants to be a Millionaire? führt, ist eine weitere Ironie des Schicksals. Die Polizei hat jedoch wenig Sinn für Ironie, sie glaubt da mehr an Betrug. Und geht wenig zimperlich ans Werk, das auch zu beweisen. Anhand der Videoaufzeichnung hangeln sie sich in Jamals Verhör von Frage zu Frage, von der (fast) jede durch eine schicksalhafte Fügung mit einem Kapitel in Jamals Leben verknüpft ist, die ihm die richtige Antwort weist. Dass muss schließlich auch der Polizeiinspektor anerkennen, so dass Jamal sich wieder der letzten, entscheidenden Runde des Quiz widmen kann, in der es für ihn um alles geht. Nur nicht ums Geld.
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Selig – Und endlich unendlich

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Da wartet man seit fast drei Jahren auf eine neue TempEau.-Platte, um dann in irgendeiner Randnotiz zu erfahren, dass sich die fünf Mitglieder von Selig wieder vereinigt haben, um ein neues Album aufzunehmen und damit auf Tour zu gehen. Moment mal, war nach dem Ende von Selig nicht von einer reinen “Zufallsgemeinschaft” gesprochen worden, die man nun endlich hinter sich lassen konnte, um sich in anderen, besseren Projekten zu verwirklichen. Die Diskrepanz zu dem nicht gerade bescheidenen Titel des neuen Albums könnte größer nicht sein. Auch die Verwendung des exakt gleichen Bandlogos wie auf dem ersten Selig Album verdeutlicht den Grund dieses Comebacks – es ist der Wunsch nach Wieder- und vor allem wieder nach Anerkennung. Würde man Selig nicht zufällig für die beste deutsche Band der Neunziger Jahre halten, so wäre Und endlich unendlich ein perfektes Beispiel für ein Album, das man sich aus Prinzip nicht kauft. Aber so? weiterlesen …

Watchmen – Die Wächter (9 / 10)

Watchmen

von Zack Snyder, mit Malin Akerman, Billy Crudup, Matthew Goode, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan und Patrick Wilson

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Watchmen

“The Times They Are a-Changin’”, so singt Bob Dylan in der Titelsequenz. Und in der Tat, die Zeiten haben sich geändert. Aus den guten, alten maskierten Wächtern der Gerechtigkeit geworden, die damals in den 60er Jahren noch für Recht und Ordnung gesorgt haben. Doch die Zeiten sind endgültig vorbei. Der Vietnamkrieg ist gewonnen, Richard Nixon kandidiert für dritte Amtszeit und wir schreiben das Jahr 1985. Ein Großteil der Watchmen von damals ist tot, eingesperrt oder in Rente. Die Übrigen haben aus Angst der Bevölkerung vor ihren Superkräften Berufsverbot, und so verstauben die Kostüme von Silk Spectre II, Ozymandias, dem Comedian Nite Owl nutzlos im Kleiderschrank, während die Welt auf einen Atomkrieg zusteuert. Einzig Dr. Rorschach kümmert sich nicht um das Verbot und zieht Nachts maskiert durch die Straßen, enttäuscht von der Menschheit und auf der Suche nach Gerechtigkeit. Er ist dann auch der einzige, der mehr hinter dem Mord an Edward Blake, dem Comedian, vermutet als einen bloßen Racheakt. Seine Versuche, die Kameraden von damals zu reaktivieren, scheitern: Der immer mehr ins metaphysische abgleitende Dr. Manhattan arbeitet lieber weiter an seiner unerschöpflichen Energiequelle; Adrian Veidt alias Ozymandias arbeitet lieber an der Vermarktung seiner Actionfiguren; Laurie Jupiter alias Silk Spectre II hat keine Luste mehr auf Latexanzüge und Dan Dreiberg würde Laurie zwar gerne wieder in Latex sehen, hat aber keine Lust auf Stress mit der Regierung.
Nun ist Rorschach der letzte, der sich davon entmutigen ließe. Beharrlich fischt er weiter im Trüben, und stößt schließlich tatsächlich auf etwas größeres, auf eine Verschwörung, die den Untergang der Watchmen zum Ziel hat. Doch wozu? Bevor er dem näher auf den Grund gehen kann, tappt er selbst in eine Falle und landet im Gefängnis – zusammen mit all den Gestalten, die er im Laufe der Jahre dorthin gebracht hat. Nun liegt es an den restlichen Watchmen zu entscheiden, was sie wollen – weiter den Kopf einziehen, oder ihren alten Freund vor dem sicheren Tod retten? Oder ist auch das Teil des Plans? In die Zukunft müsst man schauen können, was Dr. Manhattan eigentlich auch kann. Doch von dort aus blenden ihn Tachyonen – so wie ein Atomkrieg sie erzeugen würde…
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Gran Torino (9 / 10)

Gran Torino von Clint Eastwood, mit Clint Eastwood, Bee Vang, Christopher Carley und Ahney Her

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Gran Torino

Hmmmm. Walt Kowalski ist leicht gereizt. Seine Frau ist nach langen Ehejahren verstorben und seine Enkelin erscheint bauchfrei zur Beerdigung. Der junge Priester will ihm was über Leben und Tod erzählen. Seine Söhne wollen ihn ins Altersheim stecken. Seine Enkelin will seinen Gran Torino. Und seine Nachbarschaft wird besteht nur noch aus Chinesen. Aus Leuten, die er damals im Korea-Krieg getötet hat. Hmmmm. Ein bisschen versteht man ihn schon, den guten Walt, sorry, Mr. Kowalski natürlich. Und während er einfach nur noch seine Ruhe vor der respektlosen Jugend haben und seinen Lebensabend in Ruhe auf der Veranda mit kaltem Bier vor dem frisch gemähten Rasen genießen will, gibt es Stress. Denn der Sohn seiner neuen Nachbarn, der chinesischen Familie Lor, hat Ärger mit einer chinesischen Gang. Die will ihn nämlich anwerben und schreckt dazu auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück. Doch die enden leider auf Walts Rasen, und da ist der Spaß für ihn vorbei: Mit erhobener Waffe scheucht er die Rüpel von seinem Grundstück, und rettet so leider auch den Nachbarssohn Thao. Aus Dank wird er fortan mit Blumengestecken, Essen und Geschenken geradezu überschüttet, Widerstand ist zwecklos. Nach einigen Besuchen schafft Thaos Mutter Sue es mit ihrer direkten Art schließlich, den alten Griesgram zu knacken, der sich fortan immer mehr mit den Lors anfreundet. Und die sorgen sich um Thao, der immer noch mit der Gang Probleme und wenig entgegenzusetzen hat. Also nimmt sich Walt des Jungen an, um aus ihm einen (in seinen Augen) richtigen Mann zu machen. Doch die Chinesengang sabotiert hartnäckig sein Werk. Als die Lage schließlich eskaliert und Sue verletzt wird, bleibt Walt nur noch ein Ausweg: der alte Mann muss in eine letzte Schlacht ziehen… weiterlesen …

Unterwegs – Am Millerntor!

Moin, Moin, man muss ja nicht immer in die Ferne schweifen, um tolle Dinge zu erleben, deshalb heute mal ein “Unterwegs” aus meiner Heimatstadt Hamburg.

Was soll ich sagen, ich bin süchtig! Ganze 12 lange Jahre habe ich erfolgreich alles versucht (Marathon, Schwimme, Rennrad, Schach, Uno, Tischkicker, Cuba Libre…..) um dem unsichtbaren Sog zu entfliehen, nur um im 13 Jahr letztendlich doch zu erkennen, dass auch ich der Faszination “Fußball am Millerntor” erlegen bin. Seit dem heißt mein Schicksal (zumindest für diese Saison) Block N3, Reihe 11, Platz 18. Und es macht mir saumäßig Spaß!

Millerntor

Millerntor

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Abzocke in Serie(n)

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"Eine Frage noch ..."

“Ach, eine Frage noch…”. Mit dem Ausspruch hat schon ein bekannter Fernsehkommisar so manchen Schurken in Bedrängnis gebracht. Da wird es höchste Zeit, diese Frage den heutigen Serienmachern angesichts des Umgangs mit den Geldbörsen (oder neudeutsch: Portmoneeees) der Fans genervt an den Kopf zu werfen, nicht ohne ein “Geht’s noch?” anzuhängen. Aber ruuuuhig, immer der Reihe nach…

Die Programmgestaltung der heutigen Fernsehlandschaft lassen mich immer häufiger in andere Parallelwelten flüchten, nämlich die der Fernsehserien. Ich meine damit natürlich nicht sowas wie ‘Lindenstraße’ oder ‘Verliebt in Berlin’, sondern die hochklassigen US-Serien, die in den letzten Jahren zahlreicher unsere Wohnzimmer mit bester Unterhaltung erfüllen: LOST, Deadwood, Battlestar Galactica, 24, Six Feet Under, 4400, Pushing Daisies, 30 Rock und viele mehr. Der von komischen Sendezeiten, nervenzerfetzenden Warten auf die nächste Folge, unerträglichen Werbeüberfrachtung und oft auch mangels Ausstrahlung im Free-TV verstimmte Zuschauer weicht da gerne auf das reichhaltige Angebot an DVD-Sets aus, die einem die selbstbestimmt Dosierung des ersehnten Programms ermöglichen. Und bei denen man nicht in Gefahr läuft, durch soziale Verpflichtungen womöglich eine Folge zu verpassen, was einen ganz schnell mal aus der Handlung rausbringen kann, man denke nur an LOST…
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Abwrackprämie für “Wetten dass…” ?

Um mal wieder auf “Generation Golf” zurückzukommen: Dort wird ein perfekter Samstag Abend beschrieben, mit heißem Bad, warmem Bademantel, Nutellabrot und anschließend “Wetten dass…?” im Kreise der Familie. Nun ja, wer denkt da nicht mit zustimmendem Nicken an die eigene Jugend.

Aber die Zeiten ändern sich, die grauen Haare mehren sich, und perfekte Samstagabende sehen jetzt auch anders aus. Was auch nichts ausmacht, da besagte Show ihren Zenit anscheinend längst überschritten hat – zumindest entsteht der Eindruck, wenn man sich einige Pressestimmen dazu durchliest…
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